Walderdbeeren"Nicht anfassen! Die darfst Du nicht essen, da kann man krank von werden!“ Wer als Kind so vor dem Genuss der leckeren Waldbeeren gewarnt wird, verliert schnell die Lust am schönen Waldspaziergang. Dabei muss so viel elterliche Vorsicht gar nicht sein - eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm ist nach Ansicht von Experten auf diesem Wege kaum nachweisbar. Nach einem Beitrag der Apotheken-Umschau vom 24.04.2012 sei die weit verbreitete Angst vor Waldfrüchten demzufolge "fast immer unbegründet". Allerdings könnten beispielsweise Erdbeerfelder in Waldnähe ein kleines Risiko bedeuten, "da Füchse und Mäuse in Berührung mit den nahe am Boden wachsenden Früchten gekommen sein könnten".

Infektion mit den Eiern des Fuchsbandwurms

Natürlich darf die Erkrankung selbst nicht verharmlost werden. Der Fuchsbandwurm kann unbehandelt sogar zum Tod führen. In den ländlichen Gebieten der Schwäbischen Alb etwa sind rund achtzig Prozent aller Füchse mit dem Erreger infiziert. Insgesamt aber handelt es sich um eine sehr seltene Infektion, die außer von Füchsen auch von Mardern oder Hunden übertragen werden kann. Als Zwischenwirt für die gefährlichen Eier des Fuchsbandwurms dienen Mäuse, Ratten und andere Nagetiere. Werden diese gefressen, können die Wurmeier über die Ausscheidungen des Endwirts wieder in die Umwelt gelangen.

Waldbeeren fast immer frei vom Fuchsbandwurm

Die Ansteckung beim Menschen erfolgt ausschließlich über den Kontakt zum Mund. Beeren, die hoch genug am Strauch hängen, scheiden als Infektionsweg also aus. Um jedes Risiko auszuschließen, sollte man daher im Zweifel bodennahe Beeren wie die Walderdbeeren nicht pflücken. Hat man konventionelle Erdbeerfelder in Waldnähe besucht, sollte man die gesammelten Beeren in diesem Fall besonders gründlich abwaschen.

Haustiere am ehesten Überträger des Fuchsbandwurms

Das regelmäßige Entwurmen von Katz' und Hund ist bei Besitzern, die in der Nähe eines Waldes wohnen, noch wichtiger: hier kann eine Übertragung mit dem gefährlichen Fuchsbandwurm über das Fressen von Mäusen nicht ausgeschlossen werden. Außerdem empfiehlt es sich vor allem bei Kindern, sie nicht vom Haustier „abschlecken“ zu lassen – wer alle diese Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, kann seine Waldexpeditionen „mit Mann und Maus“ fast ganz ohne Angst oder Sorge genießen.


Redaktion Waldliebhaber.de