Schlammweg1Für die aktuell grassierende Mückenplage in den Überschwemmungs-gebieten der letzten Zeit ist auch der Wald zu großen Teilen mitverantwortlich: durch seine Bäume kühl und schattig gehalten, kann er Nässe und Feuchtigkeit hervorragend speichern. Ist es dazu noch warm und das Wasser steht still, haben wir den klassischen Regentonnen-Effekt, den wir aus unseren Gärten kennen. So finden die Larven der kleinen Plagegeister auch in den hiesigen Wald-Tümpeln eine ideale Brutstätte vor. Das große Ausmaß der derzeitigen Mückeninvasion hat etwas mit unseren Waldtümpeln zu tun.

 In Waldtümpeln warten die alten Mückeneier auf neues Leben

Schlammweg2Die Eier einiger Mückenarten können lange auf ihren neuen Einsatz warten. Einmal in einem passenden Tümpel abgelegt, feiern sie bei erneuter Nässe  plötzlich wieder fröhliche Urständ – eine Never-Ending-Story gewissermassen. Nach spätestens vierzehn Tagen schlüpfen die Mücken, die kurz darauf selbst wieder Eier legen können. Erschwerend kommt hinzu, dass Mücken ja keine Eintagsfliegen sind, sondern mehrere Tage und Wochen überleben können – und natürlich so lange fruchtbar bleiben.

Die richtige Kleidung: den Mücken keine offenen Rastplätze bieten

Jeder, der im Sommer den Wald aufsucht, weiß, dass die kleinen Blutsauger zu einer wahren Plage werden können. Schnell ist da ein schöner Ausflug oder ein romantisches Picknick vorzeitig beendet. Wer sich schützen will, sollte im Wald auf jeden Fall leichte, den Körper bedeckende Baumwollkleidung bevorzugen und auch die Kopfbedeckung nicht vergessen – dies alles kann übrigens auch gegen eine weitere bekannte Plage des Menschen helfen, die Zecken.

Natürlich gegen Mücken mit Nelke, Pfefferminze und Co

Pfefferminze f TexteFür die Haut stehen viele, gängige chemische Mückenschutzmittel, die sogenannten Repellents zur Verfügung. Wer jedoch auf sie verzichten will oder muss, der kann es auch mit natürlichen Alternativen versuchen. Ein paar Gewürznelken im Wasserglas gezogen, sollen die Mücken mit ihrem herausströmenden Geruch erfolgreich vertreiben. Die Blätter der frischen Pfefferminze kann man zwischen den Händen zerreiben und auf dem Körper verteilen – deren ätherische Öle können die Mücken ebenfalls „nicht riechen“. Auch mit Citronella und Lavendelöl versetzte Mittel versprechen Abhilfe – hier kommt es auf einen Selbstversuch an. Einziger Nachteil: die natürlichen Düfte halten nicht so lange vor wie ihre chemischen Pendants, öfter einreiben ist also Pflicht.

Das Ammenmärchen vom „süßen Blut“

Immer wieder wird erzählt, dass Mücken auf „süßes Blut“ stehen. Doch, einmal ehrlich, wie könnten die Mücken Blut riechen, wenn der Mensch gar keine offene Wunde hat? Riechen können die Tiere wirklich sehr gut. Aber nicht unser Blut, sondern das Kohlendioxid, das wir ausatmen und diverse Gerüche, die wir mit unserem Schweiß ausdünsten. Hier kommt es zum Beispiel auf die Konzentration der Buttersäure an: je höher diese ist, desto leckerer scheint das potentielle Opfer für die hungrigen Blutsauger zu sein. Wie Knoblauch sollen auch die Vitamine B1, B2 und B6 angeblich gegen Mückenstiche helfen, weil sie den Schweißgeruch verändern – ein Selbstversuch mit köstlichem Zaziki (natürlich essen, nicht einreiben!) oder gesunden Hefetabletten kann zumindest nicht schaden.

Pflanzen, die nach einem Stich helfen

Hat die die Mücke schon erfolgreich zugestochen und schwillt die Stelle unangenehm an, hält auch hier die Natur einige Helferlein für uns bereit. Hausmittel gegen Mückenstiche gibt es allerdings wie Sand am Meer. Die bekanntesten sind Eispackungen oder das Gegenteil davon, verschiedene Wärmebehandlungen. Aber auch Zitrone, Tomate, Kartoffel, Kohl und Zwiebel, Salz, Honig, Franzbranntwein, Essig, Quark und sogar Kernseife sollen helfen. Den Juckreiz stillen können auch Pflanzensäfte wie die des Gänseblümchens oder der Zitronenmelisse – einfach ein bisschen Saft der Pflanzen auf die betreffende Stelle träufeln. Wer ihn zur Verfügung hat, kann es auch sehr gut mit dem Saft der Spitzwegerich-Blätter versuchen. Wer mag, probiert es einfach einmal selbst mit einer eigenen Tinktur.

SpitzwegerichAnleitung für eine Tinktur aus Spitzwegerich

Am besten sind die
jungen, frischen Spitzwegerich-Blätter geeignet. Sie werden klein geschnitten und mit Alkohol übergossen. Verwenden Sie beispielsweise Doppelkorn oder Grappa (hier aber bitte einreiben, nicht trinken!) mindestens 40 Prozent Alkohol sollten es schon sein. Auf ein Drittel Pflanzen kommen dann zwei Drittel Alkohol. Das Ganze wird eine Woche stehen gelassen. Nach dem Abseihen ist die Tinktur für die äußere Anwendung einsatzbereit – viel Erfolg!