Die Zecke lauert nicht nur im Wald.Es ist wieder so weit: Zecken lauern in Wald und Garten. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat Tipps für Sie, wie Sie die Gefahr reduzieren und mit etwas mehr Aufmerksamkeit unbeschadet die Natur genießen können. [Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e.V. (SDW)]

 

1. Aufenthaltsort der Zecke meiden

Wer auf den lichten und vegetationsarmen Waldwegen bleibt, reduziert den Zeckenkontakt erheblich. Vermeiden Sie Gebüsch, Unterholz oder hohe Gräser! Rasten Sie nicht am Waldrand, an Heuhaufen und im dichten Unterholz!

2. Tragen Sie geschlossene und helle Kleidung!

Die Haut sollte größtenteils bedeckt sein. Feste Schuhe (keine Sandalen), lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln machen es den Zecken schwer. Auf heller Kleidung erkennt man Zecken schneller.

3. Schützen Sie sich durch Zeckenschutzmittel!

Neben käuflichen Zeckenschutzmitteln gibt es auch Naturstoffe wie z.B. Lavendel- und Nelkenöl, die das Risiko eines Zeckenbefalls vermindern sollen. Lavendelöl sollte dafür auf Schuhe und Strümpfe geträufelt werden.

4. Suchen Sie nach dem Spaziergang Ihre Kleidung und Ihren Körper nach Zecken ab!

Während der Zeckensaison sollte nach einer Wanderung möglichst schnell die Kleidung und der ganzen Körper, besonders die Kniekehlen, Achselhöhlen und im Schritt abgesucht werden und Kleidungsstücke, vor allem Strümpfe, gewechselt werden. Zecken krabbeln auf der Kleidung und suchen nach freier Haut und warmen Körperstellen. Aber Vorsicht: Junge Zecken sind sehr klein (0,5 mm) und zwischen den Haaren nur schwer zu erkennen.

5. Besondere Regeln für das Entfernen

Je schneller man die Zecke vom Körper entfernt, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Nie die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Creme vor dem Entfernen ersticken, sondern Wald. Deine Natur. die Zecke mit einer Zeckenzange, Zeckenschlinge, Zeckenkarte oder den Fingernägeln entfernen. Man packt die Zecke dabei an ihrem Saugrüssel unmittelbar an der Hautoberfläche und hebelt sie vorsichtig heraus. Ein Quetschen der Zecke muss unbedingt vermieden werden, da sonst das Infektionsrisiko erhöht wird. Die Stichstelle sollte danach gewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden.

6. Schützen Sie Ihre Haustiere!

Suchen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nach einem Aufenthalt im Freien unbedingt auf Zecken ab oder schützen Sie sie durch entsprechende Mittel aus der Apotheke oder vom Tierarzt.

Wie sieht es im eigenen Garten aus?

Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass Zecken auch unsere Gärten erobert haben. Ob naturnah oder sehr gepflegt, man findet sie in jedem Garten. Auch in waldentfernteren Gärten wurden Zecken gefunden. Vermutlich werden sie von Vögeln und anderen Wildtieren, aber auch von Haustieren dorthin verschleppt. Deshalb sollte man auf dem eigenen Grundstück so wenige Mäuse wie möglich dulden. Auch Gärten mit Komposthaufen sind ein Paradies für Mäuse. Benutzen Sie am besten geschlossene Kompostierbehälter! Rastplätze von Vögeln sollten nicht direkt und ungeschützt über Terrassen liegen, da Vögel Zecken abschütteln.

FSME und Borreliose sind die beiden Haupterkrankungen, die durch Zecken übertragen werden

Bei der Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) infiziert man sich sofort nach dem Stich, da sich die Erreger der FSME in den Speicheldrüsen befinden. Risikogebiete für FSME lassen sich bei den Gesundheitsämtern erfragen oder im Internet unter zecken.de finden. Mittlerweile gehört die Südhälfte Deutschlands beinahe flächendeckend zu den Risikogebieten. Wer dort lebt oder in Urlaub dorthin fährt, sollte sich nach Meinung von Experten auf jeden Fall impfen lassen. In den Risikogebieten liegt die Wahrscheinlichkeit einer solchen Infektion nach einem Zeckenstich bei 1:50 bis 1:100. Gegen die Borreliose gibt es bislang keinen wirksamen Impfschutz. Bundesweit trägt jede dritte Zecke Borrelien in sich und kann diese nach dem Stich auf ihr Opfer übertragen. Entscheidend ist hier schnelles Entfernen, da sich die Erreger im Mitteldarm der Zecke befinden und erst nach 12 bis 24 Stunden auf den Menschen übergehen.

 

 

Quelle: Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e.V. (SDW)
Foto: Dieter Schütz/Pixelio.de

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