Achtung Zecken!Beißt die Zecke? Oder sticht sie? Fällt sie vom Baum? Und hat ihr Saugrüssel wirklich ein Gewinde? Die Redaktion von Waldliebhaber.de hat angebliche Weisheiten über den Holzbock unter die Lupe genommen. Und festgestellt, dass auch Omas sich manchmal irren.

„Nicht lange unter einem Baum stehen bleiben, sonst fallen Zecken herunter“ – Nein!

Auch wenn meine Oma das immer behauptet hat und eigentlich immer Recht hatte. In diesem Fall hat sie sich geirrt. Zecken sind keine Gipfelstürmer, sondern ganz bodenständige Tiere: Sie besiedeln Sträucher und Gräser – maximal in einem Meter Höhe. Streifen wir vorbei, lässt sich die Zecke fallen. Dass eine Mahlzeit vorbeigeht und es nicht der Wind ist, der den Strauch bewegt, erkennt die Zecke übrigens an der Wärme, die wir absondern und an dem Kohlenstoffdioxid, das wir ausatmen.

„Zeckenbiss? Schön herausdrehen, im Uhrzeigersinn“ – Nein!

Mensch, Oma. Erstens beißen Zecken nicht, sie stechen. Zweitens besteht ihr Saugrüssel nicht aus einem Gewinde, sondern er besitzt Widerhaken. Die Zecke muss also nicht in eine bestimmte Richtung herausgedreht werden. Am besten lässt sie sich mit einer spitzen Pinzette entfernen. Auch spezielle Zeckenpinzetten oder -karten sind erhältlich. Wer sich nicht sicher ist, wie er vorgehen soll, sollte seinen Hausarzt aufsuchen. Allerdings sollte man keine Zeit verlieren. Je länger die Zecke saugt, desto eher dringen Bakterien in die Blutbahn ein.

„Gegen Zecken kann man sich impfen lassen“ – Ja und Nein!

Dass es eine Impfung gegen von Zecken übertragene Krankheiten gibt, ist leider nur die halbe Wahrheit. Korrekt ist: Wer möchte, kann sich gegen das FSME-Virus impfen lassen – den Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer Entzündung der Hirnhäute. 

Keinen Impfstoff gibt es gegen die Borreliose – eine Krankheit, die nicht von Viren, sondern von Bakterien verursacht wird. Bei einem Stich können die Erreger in die menschliche Blutbahn gelangen. Deshalb gilt: Zecke schnell entfernen und sofort zum Arzt. Mögliche Symptome: Ein roter Ring (Wanderröte) bildet sich oder es treten grippeähnliche Symptome auf. Der Arzt verschreibt dann meist ein Antibiotikum.

Mehr zum Thema "Zecke" und den Krankheiten, die sie übertragen kann, finden Sie im Netz:
Das Robert Koch-Institut informiert über Borreliose und FSME 


Redaktion: Julia Ehmer, Waldliebhaber.de
Foto: Dieter Schütz/Pixelio.de

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