´Waldbaden´ zur Verbesserung der Krebsabwehr? – Studienergebnis aus Japan lässt hoffen [Ein Kommentar von Thomas Kerscher, Herausgeber waldliebhaber.de]


Traumwald f TextMit grossem Interesse habe ich kürzlich von den Ergebnissen einer Studie gelesen, bei der die Auswirkungen von Waldaufenthalten auf den Menschen untersucht worden sind. Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass sich durch den Aufenthalt der Versuchspersonen deren körpereigene Krebsabwehr spürbar erhöht habe. Als begeisterter Waldwanderer, aber auch beruflich oft gestresster Unternehmer, wurde ich darin weiter bestärkt, so oft wie möglich in den Wald zu gehen.

Denn: Nach einer Studie der ´International Society of Nature and Forest Medicine´ wirkten sich Waldspaziergänge bzw. -aufenthalte äußerst positiv auf die Abwehrkräfte des Menschen aus. So werde nicht nur dem Geist und der Seele geschmeichelt. Die Forscher kamen wie eingangs geschrieben zum Ergebnis, dass sich durch den Aufenthalt der Versuchspersonen deren körpereigene Krebsabwehr spürbar erhöht habe.

Die Waldaufenthalte der Studienteilnehmer hätten auf die körpereigene Abwehr äußerst positiven Einfluss gehabt. Unter anderem habe man danach eine höhere Anzahl natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) im Blut der Probanden festgestellt. Diese Zellen haben die Aufgabe, veränderte oder von Krankheitserregern befallene Zellen zu erkennen und auszuschalten. Die in der Waldluft befindlichen Phytonzide, eigentlich pflanzeneigene Abwehrstoffe gegen Insekten und Bakterien, hätten zu einer deutlichen Erhöhung eben dieser Killerzellen bei den Versuchspersonen geführt. Zudem seien auch die Werte dreier verschiedener Anti-Krebs-Proteine gestiegen.

Bei zwölf gesunden männlichen Probanden im Alter von 35-53 Jahren, die sich vor dem Waldaufenthalt in einer Stresssituation befanden, hätte die Auswertung der Blutwerte nach allein schon nach einem Tag zu einem Anstieg der NK-Zellen um etwa 25 Prozent geführt, nach dem zweiten Tag gar um ca. 50 Prozent. Die Immunität des Menschen würde durch das sogenannte ´Waldbaden´ gesteigert und damit auch die Resistenz gegen Stress, so die Erklärung der Wissenschaftler. Außerdem halte die Wirkung bis zu dreißig Tage an.

Da es allerdings keine Kontrollgruppe gegeben habe, könne man auch nicht ausschließen, dass sich die Verbesserung der Abwehrkräfte auch durch das Bewegen der Teilnehmer in der Natur und ohne den Alltagsstress ergeben habe, so der die Studie leitende Wissenschafter Li Qing. Oder es sei gar das Ergebnis des Zusammenwirkens verschiedener Faktoren.

Wie dem auch sei: das Ergebnis der vorgenannten Studie hat mich in meinem Vorhaben gestärkt, Ihnen die Vorzüge und vor allem die möglichen gesundheitlich positiven Auswirkungen des Waldes auf den Menschen immer wieder nahe zu bringen. Es wäre zu hoffen, dass es auch hierzulande bald ein ´Institut für Waldmedizin´ gäbe. In diesem Sinne:

Auf bald im Wald!

Ihr Thomas Kerscher