- WolfBrandenburgs Wölfe haben polnische Vorfahren und deren  Vorkommen hat eine Schlüsselfunktion für die Rückkehr des Wolfes nach Brandenburg - das sind die Hauptergebnisse einer ersten Genanalyse der Umweltschutzorganisation WWF, die das Land Brandenburg in Auftrag gegeben hatte. „Jetzt wissen wir, dass die Brandenburger Wölfe eindeutig der Mitteleuropäischen Tieflandpopulation angehören. Hinweise auf Hund-Wolfs-Hybriden, Gehegeflüchtlinge oder eine Ansiedlung durch Menschenhand gibt es hingegen nicht“, teilte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack vergangene Woche mit. „Brandenburgs Wölfe sind eindeutig die Nachfahren polnischer Einwanderer“, unterstrich auch Wildbiologe Dr. Janosch Arnold von der Umweltschutzorganisation WWF.


Proben geben Einblicke in Wanderbewegungen und Verwandtschaftsverhältnisse

 - WolfNach Angaben des Brandenburger Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hatten der WWF und das Land Brandenburg in den vergangenen Monaten rund 230 Proben von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Abteilung Wildtiergenetik) molekulargenetisch untersuchen lassen. Dabei sei man nicht nur dem Ursprung der Wölfe auf die Spur gekommen: Das seit 2006 in Brandenburg gesammelte Material gewährt auch tiefere Einblicke in die Wanderbewegungen und Verwandtschaftsverhältnisse der angesiedelten Wölfe. Wildbiologe und WWF-Experte Dr. Janosch Arnold weist den Rudeln sogar eine Schlüsselfunktion für die künftigen Vorkommen in Deutschland und Westpolen zu: "Brandenburg ist so etwas wie ein Drehkreuz, ein Verkehrsknotenpunkt für Isegrim."Das Land sei nicht nur ein Einwanderungsland für Wölfe. Die Auswertung zeige, dass die von hier abgewanderten Tiere auch wieder in die Heimat ihrer Vorfahren nach Westpolen zurückkehrten. Oder weiter gen Westen ziehen und neue Regionen, etwa in Niedersachsen erschließen.

Laufende genetische Kontrollen des Wolfsbestandes

 - WolfWie Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack versprach, wird ihr Land entsprechend seines Wolf-Managementplanes auch in den kommenden Jahren auf gesamter Fläche genetische Kontrollen des Wolfsbestandes durchführen lassen, um Fragen zur Herkunft der Wölfe in Brandenburg sowie zur individuellen Unterscheidung und zum Nachweis von Reproduktionen beantworten zu können. Wie das Land weiter mitteilte, konnte die neue Genanalyse auch keine Hinweise auf Inzucht geben, die genetische Vielfalt habe ein normales Ausmaß gehabt. Durch Zuwanderung und Expansion werde die in kleinen Populationen unvermeidliche Inzucht außerdem ausgeglichen. Rudel-Neugründungen hätten zwar meist durch nah verwandte Individuen (z.B. Cousins und Cousinen) stattgefunden, jedoch nicht durch Vollgeschwister oder Eltern-Nachkommen-Verhältnisse. Damit dies so bleibt, ist es laut Tack umso wichtiger, die Lebensräume der Wölfe zu vernetzen und auf ein grenzübergreifendes Wolfsmanagement zu setzen.

Gudrun Opladen

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

Mehr zum Hintergrund der Genanalyse und zum "Managementplan für den Wolf in Brandenburg 2013 - 2017" finden Sie auf den Seiten:

www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.350114.de

www.lugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/wmp_2013_2017.pdf

www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.350114.de