Waldrebe 1Wenn man an Lianen denkt, so kommt einem unweigerlich der Tropenwald in den Sinn. Den älteren Semestern unter uns Johnny Weissmüller wahrscheinlich noch vor dem Tropenwald. Wusstet ihr aber, dass man gar nich so weit in den Süden fahren muss um echte Lianen zu sehen? Wie so oft hat unser heimischer Wald dahingehend etwas zu bieten. [Ein Gastbeitrag von Thomas Engst]

Nämlich die gewöhnliche Waldrebe oder auch Clematis vitalba. Diese zu den Kletterpflanzen gehörende Art bedient sich einer verholzten kletternden Sprossachse, diese kann bis zu 6 cm dick werden und gelangt in Höhen von bis zu zehn Metern. Die als Ranken fungierenden Stiele und Spindel der Fiederblätter (Blattstielkletterer). Obwohl ihre Blütezeit zwischen Juli und September liegt, ist sie zur jetztigen Jahreszeit hochinteressant. Denn erstens riecht man ihre stinkenden Blüten nicht und zweitens lässt sich hervorragende die „Muskulatur“ erkennen.

Waldrebe 2Wie man auf dem obigen Bild erkennen kann, bilden mehrere einzelne Sprosse einen ineinander verdrehten Strang, dieser kann unter Umständen armdick werden, und bilden ähnlich einem modernen Fahrstuhlseil enorm zugfeste Gebilde. Zusätzlich hilft dabei ein organisches Festigungsgewebe. Ähnlich wie bei der Weinrebe handelt es sich hier um einen Linkswinder. Bei dem oben erwähnten Blattstielkletterer umklammern die beständigen und später verholzten Blattstiele ihre Stützen und bilden eine Streifenborke, denn diese ist optimal geeignet für die Drehungen.

Waldrebe 3Bei der Gewöhnlichen Waldrebe handelt es sich um eine Pionierart im Wald. Getreu dem Motto „Seid bereit!“ wartet sie nur auf etwas Licht und Raum und kann schon mit wenigen Nährstoffen ordentlich an Biomasse zulegen. Im Allgemeinen gilt sie als Stickstoffzeiger und ist besonders in Auwäldern typisch. Entgegen der weitverbreiteten Meinung bohrt C. vitalba ihre Wirtspflanze nicht an (macht der Efeu übrigens auch nicht) aber so ganz ungefährlich ist diese Partnerschaft dennoch nicht. Durch das Gewicht sowie den resultierenden Lichtentzug kann die bewachsene Pflanze absterben. Aber auch dann erfüllt der Wirt eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem Wald. Totholz.

 

Ein Gastbeitrag von Thomas Engst

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Waldliebhaber-Porträt Thomas Engst

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