Fotosynthese-Gleichung: So speichert der Baum Kohlenstoff.Bäume sind gut fürs Klima: Sie entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid. Kommunen, Vereine, Firmen und Privatpersonen, die das Potenzial der Wälder erkannt haben, investieren in den Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen. Doch wie viel Kohlenstoff steckt eigentlich in einem Baum? Und wie genau binden Eiche, Buche und Co. das Treibhausgas? Eine Rechnung für unser Klima.

Der natürliche Kohlenstoffdioxidkreislauf

Die Luft, die wir einatmen, besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff (N2), zu 21 Prozent aus Sauerstoff (O2) und 0,04 Prozent aus Kohlenstoffdioxid (CO2). Säugetiere atmen Sauerstoff ein und Kohlenstoffdioxid aus. Pflanzen und Bäume dagegen nehmen Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf. Mit Hilfe von Licht und Wasser produzieren sie daraus Stärke (Fotosynthese). Dabei wird Sauerstoff freigesetzt. Ein perfekter Kreislauf, solange sich Kohlenstoffdioxid- und Sauerstoffproduzenten die Waage halten.

Der Mensch – ein Kurzschluss

Kohlenstoffdioxid gehört wie Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O) zu den Treibhausgasen. In der Atmosphäre fördern sie die globale Erwärmung, da sie abgestrahlte Wärme wieder zurück auf die Erdoberfläche gelenkt wird. Zusätzlich zur ausgeatmeten Menge pumpt der Mensch jedes Jahr mehrere Gigatonnen Kohlenstoffdioxid in die Luft; hauptsächlich indem er fossile Rohstoffe wie Kohle und Erdgas verbrennt. Der natürliche Kohlenstoffdioxidkreislauf ist gestört.

Der Baum – speichert Kohlenstoff

Ein Baum speichert zwar kein Kohlenstoffdioxid, aber jede Menge Kohlenstoff, das er der Luft entzieht. Jedes Kohlenstoffatom, das in den Wurzeln, Blättern, Stämmen und Ästen eines Baumes steckt, schwirrt folglich nicht als Treibhausgas in der Atmosphäre herum. Um abzuschätzen, wie viel Kohlenstoffdioxid ein Baum der Atmosphäre genau entzieht, benötigt man seinen Umfang auf Brusthöhe, seine Höhe und die Baumart. Eine 25 Meter hohe Fichte mit einem 45 Zentimeter dicken Stamm beispielsweise erspart der Atmosphäre rund 2.000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Weitere Tabellen sind im Merkblatt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirschaft zu finden.

Wald gegen den Treibhauseffekt 

Insgesamt sind in deutschen Wäldern derzeit etwa 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das entspricht 4,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid. Bei der Bekämpfung des Treibhauseffekts spielt der Wald also eine entscheidende Rolle: Er entzieht der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid. Wenn Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern für Neubauten, Modernisierungen oder Möbel verwendet wird, verlängert sich diese Speicherung. Ein Niedrigenergiehaus in Holzbauweise beispielsweise entlastet die Atmosphäre um rund 80 Tonnen Kohlendioxid.  

 

Redaktion und Foto: Julia Ehmer/Waldliebhaber.de

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