Liebe Waldliebhaberin, lieber Waldliebhaber,

- Bodetal mit Rosstrappenfelsen/Harzer Tourismusverbandunter dem Motto 'Auf bald im Wald' stellen wir Ihnen die schönsten Wälder Deutschlands und die mit ihnen verbundenen touristischen Regionen vor. Eines der beliebtesten Wander- und Urlaubsziele Deutschlands ist der Harz: Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen ihn sich „teilen“, denn er liegt genau in ihrem Schnittpunkt. Als nördlichster Vorposten der Mittelgebirge ragt er aus dem Tiefland empor, ist von artenreicher Flora und Fauna geprägt und verfügt über ausgedehnte Wälder, Hochflächen und Täler mit wilden Flussläufen und Wasserfällen – kein Wunder, dass in ihm neben einem Nationalpark auch drei Naturparks und ein Biosphärenreservat beheimatet sind.

Nationalpark Harz: Vielfalt an Pflanzen und Tieren

- BrockengartenDer Harz ist durch sein raues und windiges Klima bekannt und wird als höchstes Gebirge Norddeutschlands von dem berühmten „hohen Brocken“ (1.141 m) gekrönt. Der Brocken besteht aus Granit, einem Gestein, das hier zu eigenartigen Formen verwittert. Hier oben können auf und zwischen den nackten Steinen nur Spezialisten überleben, vor allem seltene Moose und Flechten. Zwergsträucher krallen sich in Felsspalten fest, in denen sich etwas Bodensubstrat angesammelt hat. Der sagenumwobene Brocken ist von der baumfreien Bergheide umgeben: unter den deutschen Mittelgebirgen erreicht nur der Harz diese natürliche Waldgrenze. Botaniker interessierten sich übrigens schon früh für diese einzigartige Vegetation. Im 1890 gegründeten "Brockengarten" wachsen heute 1.800 Hochgebirgsarten aus aller Welt.

Bergfichtenwald, Buchenwald, Mischwald, Schluchtwald

Bis ins Mittelalter hinein nannte man den Harz auch „Hart“, was so viel wie „Bergwald“ bedeutet. Jede Höhenstufe bietet besondere Lebensbedingungen für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt und natürlich auch für eine große Wald-Vielfalt. So ist in den Bergfichtenwäldern der hohen Lagen die „Sagenhafte Bergwildnis“ mit ihren Gebirgsbächen, Felsen, Blockhalden und Mooren zu Hause. Gräser und Pilze bedecken den Boden, Moose und Flechten Baumrinden und Felsblöcke. Nur Eberesche, Birken wie auch die seltene Karpatenbirke und einige Weiden können neben der Bergfichte bestehen. In den tieferen Lagen kommt nach einem schmalen Mischwaldstreifen der natürliche Buchenwald. Hier leben der Schwarzspecht und Schwarzstorch und auch die Wildkatze macht hier ihre Runde. In einem sogenannten „Schluchtwald“ ist es für die Rotbuche zu feucht – dafür wachsen hier Erlen, Eschen und Berg-Ulmen und eine reiche Krautschicht.

Natürliche Waldentwicklung im Nationalpark Harz

- Licht und Schatten  Mit gezielten Eingriffen soll auch der „Wildwuchs“ wieder vermehr Einzug in den Harz halten, aus dem „Kultur-Wald“ soll also wieder der „Natur-Wald“ werden. Praktisch bedeutet dies, dass der Wald im Nationalpark in bereits naturnahen Gebieten einfach sich selbst überlassen wird, mit Ausnahme der Borkenkäfer-Bekämpfung in einem 500 Meter breiten Streifen an den Außengrenzen des Nationalparks. Auch die Verkehrssicherung an wichtigen Wegen bleibt bestehen. In anderen Bereichen hilft man ihm eher „sanft“ auf die Sprünge, die ursprüngliche Natur soll sich zum Beispiel durch die Förderung von mehr Laubbäumen entwickeln. Auch hier werden Borkenkäfer bekämpft und das Holz ebenfalls nicht mehr gezielt wirtschaftlich genutzt. Nach Angaben der Nationalparkbetreiber soll bis zum Jahr 2022 mindestens 75 % der Nationalpark-Fläche sich selbst komplett überlassen werden.