- Teutoburger-Wald: Die ExternsteineWissen Sie, was der „Teuto“ und die „Egge“ ist? Dann kennen Sie sicher auch das imposante Hermannsdenkmal und die mystischen Externsteine (s. Bild)? Wenn nicht, dürften Sie aber auf jeden Fall schon einmal vom dunkel-malzigen Pumpernickel oder vom westfälischen Schinken gekostet haben, der ebenfalls „aus der Ecke“ ist: Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, den wir Ihnen heute in unserer Rubrik „Auf bald im Wald“ vorstellen wollen, liegt zu großen Teilen in Nordrhein-Westfalen, verläuft im Norden aber bis nach Niedersachsen, in dem ein weiterer Naturpark, der UNESCO Geopark „TERRA.vita“ seine Heimat hat. Die Region hat landschaftlich viel Abwechslung zu bieten: Neben den beiden Mittelgebirgszügen Teutoburger Wald und Eggegebirge liegen Teile des Weserberglandes, des Lippischen Berglandes sowie Teile der Karstlandschaft der Paderborner Hochfläche und der Senne im Naturpark, und dementsprechend findet der Interessierte die vielfältigsten Naturräume und Biotope vor. Lesen Sie, welche glanzvollen „Perlen“ (ostwestfälisch für „Freundin“) in dieser schönen Gegend auf Sie warten und warum sie leider auch Anlass für einen weniger schönen Streit sind ...

Vegetation, Geologie, Flora und Fauna

 - Blick auf das HermannsdenkmalIm Teutoburger Wald wird die Vegetation vor allem durch verschiedene Buchenwaldtypen geprägt, die je nach Geologie, Boden und Relief unterschiedlich ausgebildet sind. Auf Muschelkalk und Kreide gibt es artenreiche Waldmeister-, Waldgersten- oder Orchideenbuchenwälder. Eine große botanische Besonderheit im südlichen Eggegebirge ist übrigens das Galmeiveilchen, das weltweit nur in den Bleikuhlen Blankenrode vorkommt. Östlich der Gebirge finden sich auch Trocken- und Magerrasen mit einer sehr artenreichen Flora.

 - VelmerstotAls Faltengebirge ragt der Teutoburger Wald zusammen mit dem Wiehengebirge weit in die Norddeutsche Tiefebene hinein. Das Gebirge selbst hat aber nur wenige sichtbare Felsen, darunter die Externsteine. Der „Teuto“ besteht aus drei zueinander parallel liegenden Kämmen die vor 70 Millionen Jahren aufgefaltet wurden – sie Höhen erreichen im Durchschnitt 300-400m, die höchste Erhebung im Eggegebirge ist der Preußische Velmerstot mit 468m. Hier, auf dem Egge-Sandstein, dominiert als Baum die Fichte, aber auch auf einigen Standorten im Teutoburger Wald nimmt die Fichte große Flächen ein. Auf den bewaldeten Höhenzügen des Eggegebirges und des südlichen Teutoburger Waldes leben sogar die seltenen Wildkatzen. In den von der Buche dominierten Wäldern hält sich gerne Rot-, Dam-, und Schwarzwild auf. Typische Vogelarten sind Schwarzstorch, Uhu und Kolkrabe, auch Rotmilane sieht man über die freie Landschaft regelmäßig ihre Kreise ziehen. Daneben leben elf bestandsgefährdete Fledermausarten in den zahlreichen Höhlen des Naturparks.

Der Heilquellenreichtum der Region

 - SilberbachtalDas Eggegebirge bildet außerdem die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser, der Teutoburger Wald bildet die Wasserscheide zwischen Weser und Ems. Auf beiden Seiten des Eggegebirges entspringen zahlreiche Quellen dort, wo der Sandstein auf die wasserundurchlässigen Schichten von Tonen und Mergel stößt. Diese und weitere geologische Besonderheiten, wie z.B. vulkanisches Gestein im Untergrund, sind auch der Grund für den Heilquellenreichtum der Region. Die Bachläufe der Ostseite fließen über Diemel, Nethe und Emmer zur Weser. Die Bachläufe der Westseite versickern im klüftigen Gestein der Paderborner Hochebene und sammeln sich wieder in den Quellen von z.B. der Lippe in Bad Lippspringe und der Pader in Paderborn. Die an den Hängen der Gebirgszüge entspringenden Quellen und Fließgewässer münden über die Weser, die Ems oder den Rhein schließlich in die Meere. Und am Westrand der Gebirge finden sich sogar noch Moorvorkommen. Für den Nordosten des Naturparks sind natürlich die beiden Mittelgebirgszüge Teutoburger Wald und Eggegebirge namensgebend. Aber in dem Naturpark gibt es noch weitaus mehr „Perlen“ zu entdecken: Das Lippische Bergland, ein flachwelliges Hügelland zwischen Weser und Werre, das Oberwälder Land, ein Muschelkalk-Bergland, die Warburger Börde, Teile der Senne und die Landschaft der Paderborner Hochfläche im Naturpark, die größte Karstlandschaft Westfalens.