- Tischkahnfahrt in Lehde Liebe Waldliebhaberin, lieber Waldliebhaber, der Spreewald im Südosten Brandenburgs ist vor allem durch seine Gurken bekannt und berühmt. Doch der Landstrich, durch die sich die Spree mit Hunderten von Wasserläufen zieht, hat weit mehr zu bieten als die herzhaft-sauer schmeckenden, grünen Spreewaldgurken. Als UNESCO Biosphärenreservat beherbergt der Spreewald zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bei sich - und ist damit auch ein spannender Ort für alle Waldliebhaber und Naturfreunde. Hier, auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden, kann jeder Besucher eine Welt entdecken, die es so in Europa nicht noch einmal gibt: die sogenannten Fließe durchziehen die Landschaft wie ein dichtes Spinnennetz, und führen die Boots-, Kanu- oder Kajakfahrer vorbei an schöne Wälder, kleine Wiesen, Felder und idyllische Siedlungen.

Das Biosphärenreservat Spreewald

 - Wandergruppe an einer InfotafelDas parkartige, von den zahlreichen Fließen durchzogene Biosphärenreservat liegt nur ein paar Kilometer westlich von Cottbus, und 100 km südöstlich von Berlin. Es ist 475 km² groß und erstreckt sich auf einer Länge von ca. 55 km und einer Breite von maximal 15 km entlang des Mittellaufes der Spree. Dabei berührt es die Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neisse. In den 37 Spreewald-Gemeinden und zwei Städten leben rund 50.000 Einwohner. Generationen von wendischen und deutschen Siedlern haben eine einzigartige Mischung aus kleinen Wiesen, Äckern und Wald geschaffen, das noch heute den inneren Oberspreewald prägt. Für den Unterspreewald sind naturnahe Laubmischwälder besonders charakteristisch. Mehr als ein Viertel des Biosphärenreservates sind vom sogenannten Niederungswald bedeckt und über 60 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. In Burg, Lübbenau und Schlepzig befinden sich Informationszentren des Biosphärenreservates, wo über die Landschaft und das Biosphärenreservat informiert wird.

Die Entstehung des Biosphärenreservats

 - Seerosen im SpreewaldEntstanden ist das Biosphärenreservat Spreewald 1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR, mit dem buchstäblich in den letzten Stunden dieses Staates, in der allerletzten Sitzung des Ministerrates am 12. September 1990, 5 Nationalparke, 6 Biosphärenreservate und 3 Naturparke ausgewiesen wurden. Ein Jahr später erhielt das Biosphärenreservat Spreewald dann auch seine internationale Anerkennung durch die UNESCO. Grundlage für die Ausweisung des Biosphärenreservates Spreewald war die jahrelange Vorarbeit ehrenamtlicher Naturschützer, die bereits in den achtziger Jahren die großräumige Sicherung der einmaligen Landschaft angestrebt hatten.

... und seine Ziele 

 - Fließ im SpreewaldUm die Spreewald-typische Landschaft mit ihrem Artenreichtum zu erhalten, besitzt die Sicherung des Wasserhaushaltes für die Spreewäldler eine ganz besondere Bedeutung. Denn Wassermangel - sei es im Grundwasser oder in den vielen Wasserläufen - ist die größte Bedrohung der vom Wasser geprägten Flora und Fauna. Nicht weniger wichtig ist die Entwicklung nachhaltiger Landnutzungsformen und naturverträglicher Wirtschaftsweisen. Artenreiche Feuchtwiesen wurden z.B. im Rahmen des Vertragsnaturschutzes mit später Mahd gepflegt und in ihrem grundwassernahen Milieu erhalten. Auch die Wiederherstellung von kleinen Gräben in den Feuchtwiesen des inneren Spreewaldes wird seit Jahren durch die Verwaltung des Biosphärenreservates Spreewald gefördert, und natürlich gehört auch die naturnahe Waldbewirtschaftung zum modellhaften, nachhaltigen Entwicklungsplan, durch den auch Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen werden.

Die naturnahe Waldbewirtschaftung

 - Storchennest im SpreewaldErreicht werden soll die naturnahe Waldbewirtschaftung durch überwiegend kahlschlaglose Holznutzungsverfahren, Ausnutzung der natürlichen Verjüngung der Waldbäume, Belassung eines ökologisch notwendigen Totholzvorrates im Wald, Rücksichtnahme auf die Brut- und Aufzuchtzeiten bedrohter Vogelarten oder die Pflege und Renaturierung von besonderen Lebensräumen im Wald, z.B. Altarmen oder Seggenrieden. Darüber hinaus wurden spezielle Programme zum Schutz gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten aufgelegt. Beispielsweise wurde der Fischotter nach 1990 aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens häufig an Kreuzungen von Fließen und Straßen überfahren. An über 30 Straßen- und Bahnbrücken wurden deshalb Otterpassagen geschaffen. Die Zahl verkehrstoter Fischotter sank damit deutlich. Besonders erfolgreich war das bereits kurz nach Gründung des Biosphärenreservates gestartete Weißstorchprogramm. Es wurden neue Horste errichtet sowie alte gesichert und vor allem für die Sicherung der Nahrungsbiotope Adebars Sorge getragen.

Gurkenradweg und Paddelvergnügen

Skater auf dem GurkenradwegDie flache Spreelandschaft eignet sich sehr gut zum Radfahren. Ein dichtes Netz von Rad- und Wanderwegen ist mit über 1.000 Km Gesamtlänge ausgebaut. "Auf die Gurke, fertig, los!" heißt es auch beim nächsten, 12. Spreewaldmarathon, der vom 25. - 27. April 2014 stattfindet. Neben dem Wandern wird aber vor allem geradelt, und auf den asphaltierten Radwegen tummeln sich auch zahlreiche Skater. Ein ganz besonderer Tipp für die Radler ist eine Rundtour auf dem 250 km langen Gurkenradweg. Die 260 km lange Strecke führt entlang der unzähligen Wasserarme, und zum größten Teil durch das Biospärenreservat. Hier können beim Radfahren viele seltene Tiere wie Weißstörche, Kraniche und Seeadler beobachtet werden. Dank der neuen E-Bikes kann man den Gurkenradweg auch auf ganz bequeme Weise erfahren, für die Infrastruktur des Fahrvergnügens ist auf dem Gurkenradweg gesorgt.

 - Paddler im Spreewald-SommerVon aktiven Wasserliebhabern kann das Netz der Fließe mit dem Paddelboot, Kanu oder Kajak erkundet werden. Es gibt rund 200 befahrbare Wasserstraßen und Wasserwanderrastplätze. Idyllische Badeseen im Reisegebiet Spreewald bieten außerdem gepflegte Strände und Wassersportmöglichkeiten. Über die Spree und den Oder-Spree-Kanal können Freizeitkapitäne zudem die Gewässer Berlins erreichen. Und selbst im Winter ist der Spreewald einen Besuch wert: Dann kann man auf Schlittschuhen oder im Stoßschlitten über die die zugefrorenen Spreewald-Fließe gleiten und den weißen Märchenwald genießen. Ein Abstecher in die städtischen Museen, Galerien, Handwerksstätten oder Weihnachtsmärkte wärmt danach garantiert wieder auf.

Traditionen und Kultur im Spreewald

 - Schlittschuhfahren auf den FließenDer Spreewald ist zweisprachig. In der Lausitz (Łužyca) gelegen, gehört auch der Spreewald (Błota) zum Siedlungsgebiet eines kleinen slawischen Volkes, der Sorben/Wenden. Sie kultivierten diese Landschaft vor mehr als 1.000 Jahren. Ihre eigene Muttersprache, ihre Trachten und ihr Brauchtum sind noch heute sehr lebendig und wichtig für die Spreewäldler. Zahlreiche Veranstaltungen an den Fließen sowie Ausstellungen am und im Wasser gehören ebenfalls zur kulturellen Vielfalt im Spreewald, ebenso wie Museen und gemütliche Cafés. Im Sommer laden die Spreewald-Orte zu den traditionellen und beliebten Spreewald-, Heimat- und Schützenfesten ein. Mit Sommertheater, Polka-Festival, Leichtathletikmeeting oder Fußballbundesliga setzt die Stadt Cottbus hier städtische Kontrapunkte und empfängt die Spreewald Urlauber. Der Pückler-Park Branitz, ein schöner Tierpark, das Kunstmuseum und quirlige Einkaufscenter unterhalten tagsüber. Abends lohnen der Besuch im Vierspartentheater im sehenswerten Jugendstilhaus, die Events in der Stadthalle oder die Einkehr in den Szenekneipen in der Studentenstadt.

Gurken alleine machen nicht satt

 - Spreewäldlerinnen in FesttagstrachtMan sagt, die Spreewaldgurke sei bekannter als der Spreewald. Auf jeden Fall macht sie überall Appetit auf die einzigartige Landschaft und Heimat. Und das in geschmackvoller Art als berühmte saure Gurke, als Gewürzgurke, Pfeffergurke, Knoblauchgurke oder als Senfgurke. Als eine bedeutende Gemüsekammer Deutschlands hat der Spreewald eine lange Tradition im Gemüseanbau. Zu den Spreewaldprodukten gehören natürlich nicht nur die legendären Spreewälder Gurken und anderes Gemüse oder Obst, auch den Spreewaldfisch oder die Wildgerichte werden gerne empfohlen. Neuerdings hat sogar die Bio-Aroniabeere den Spreewald erobert: in Schöneiche, einem Ortsteil der Gemeinde Steinreich (Dahme-Spreewald) wurde jüngst eine 50 Hektar große Plantage eröffnet – geerntet werden soll auf dem betreffenden Biohof schon im nächsten Jahr.

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Tourismusverbands Spreewald e. V.:

http://www.spreewald.de/

sowie u.a. auf folgenden Seiten:

http://www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.327425.de 

http://www.unesco.de/spreewald.html 

http://www.spreewaldmarathon.de/SM/