Ortsschild Wald im ChiemgauKönig Ludwig II liebte die Region so sehr, dass er sich ein Schloss dort bauen ließ. Heute kommen scharenweise Touristen aus dem In- und Ausland, um in wunderschöner Kulisse die unterschiedlichsten Urlaube zu verbringen: Der Chiemgau im Süden Bayerns hat für jeden etwas zu bieten. Auch für uns Waldliebhaber. Erfreulicherweise besinnen sich immer mehr Chiemgauer Waldbesitzer auf die Ursprünge des Waldes und setzen auf Mischwälder, wie es sie zu Ludwigs Zeiten im 19. Jahrhundert noch vereinzelt gab. Die Chiemgauer wissen ihren Wald sogar so sehr zu schätzen, dass sie einen ganzen Ort nach ihm benannt haben.

Fichtenmonokulturen im Chiemgau gehören der Vergangenheit an

In der Vergangenheit setzten Forstbesitzer häufig auf Fichtenwälder. Der ursprüngliche Misch- und Laubwald mussteNadelwald den Monokulturen großflächig weichen. Fichten sind - auf kurze Sicht gesehen - ertragreiche und damit wirtschaftlich wertvolle Nadelhölzer. Sie wachsen schnell und sind nicht besonders anspruchsvoll. Allerdings wachsen in Fichtenwäldern überwiegend Pilze, Moose und Farne, der Boden ist relativ sauer, da er weiträumig mit herabgefallenen Nadeln bedeckt ist. Licht dringt das ganze Jahr über nur schwer durch das Dach des Fichtenwaldes, weshalb niedrigere Pflanzen weniger Chancen haben, Fuß zu fassen. Auch der tierische Artenreichtum leidet unter der Monokultur.

Der Denkumschwung im Chiemgau

Seit einiger Zeit zeigen die Waldbesitzer jedoch Einsehen. Mögen Monokulturen zwar kurzfristig wirtschaftlich sein, auf längere Sicht schaden sie jedoch der Umwelt und damit auch sich selber. Die meisten Wälder in der Region rund um den Chiemsee sind in privater Hand. Die staatlichen Auwälder an der Tiroler Ache bilden die Ausnahmen. Landwirte, die Grünland besitzen, haben oft auch einen nur wenige Hektar großen Wald dazu. Förderung durch staatliche Programme und Unterstützung durch die Bayerische Forstverwaltung sollen den Waldbesitzern helfen, ihre Monokulturen zugunsten von Mischwäldern aufzugeben. Immer größere Waldflächen werden somit wieder in Mischwälder verwandelt. Buche, Bergahorn, Esche und Eiche leisten nun den Fichten Gesellschaft. Die Rede ist hier von Naturverjüngung.

Die Mischung macht's: starker Wald durch Laubbäume

EichenblattIm Mischwald ist die Bodenschicht vielfältig. Neben Moosen und Pilzen wachsen auf dem Mischwaldboden auch Bodenblüher, Sämlinge und Sträucher. Jungbäume bekommen ausreichend Licht für die Photosynthese, da die Laubbäume im Herbst ihre Blätter abwerfen und somit Platz für Sonnenstrahlen schaffen. Tiere freuen sich über so viele unterschiedliche Nahrungsquellen und danken es mit Artenreichtum. Bedrohen sie jedoch den noch jungen Mischwald – etwa durch Verbiss – müssen sie nicht selten dafür ihr Leben lassen. Forstfachleute sowie der Waldbauverein sind sich einig, dass erst ein gesunder Wald bestehen muss, bevor die Wildbestände davon profitieren können.

Die Schönheit der Region lockt Touristen in den Chiemgau

Natürlich dienen gesunde, prächtige Wälder auch dem Tourismus in der Region rund um den Chiemsee. Sie eigenenRehe sich hervorragend für Familienausflüge wie etwa in den Märchen-Erlebnispark Marquartstein  oder in den Wildpark Wildbichl. Unzählige Wander-Routen im gesamten Chiemgau sollen Naturbegeisterten die eindrucksvolle Landschaft am Chiemsee näher bringen. Da gibt es zum Beispiel den Steinlehrpfad in Rimsting, Wanderungen durch das Eichental bei Prien,  oder auf dem Schmugglerpfad entlang der Tiroler Ache - um nur einige zu nennen. Neben dem Chiemsee Reggae SummerChiemsee an sich und dem Schloss Herrenchiemsee locken auch Veranstaltungen wie das Chiemsee Reggae Summer Festival, das alljährlich im August in Übersee stattfindet, oder stets wechselnde Theaterstücke in der Ruhpoldinger Heimatbühne immer wieder begeisterte Besucher in den Chiemgau. Mehr Informationen rund um den Chiemsee finden Sie auf dem Tourismus-Portal Chiemsee Alpenland. 

Und wo verbringen Sie Ihren Sommerurlaub?

Kathrin Sommer
Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de