- Winterlinge gehören zu den ersten FrühlingsbotenEs ist Anfang Februar und die ersten Winterlinge zeigen sich bereits, auch wenn im Moment noch niemand genau sagen kann, wie lange die milden Temperaturen noch anhalten. Mit ihren wunderschönen sonnengelben Blütenblättern lassen uns die Frühjahrsblüher trotzdem schon einmal auf ein baldiges Ende der kalten Jahreszeit hoffen. Ob es ein solcher Winterling war, der Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1813 zu seinem Gedicht "Gefunden" inspiriert hat, ist leider nicht überliefert. Fest steht jedoch, dass Goethe das bekannte Gedicht für seine Frau Christiane Vulpius geschrieben hat. Mit ihr lebte der deutsche Dichter von 1788 bis 1806 zunächst unverheiratet zusammen. Am 19. Oktober 1806 heirateten Christiane Vulpius und Johann Wolfgang Goethe in Weimar. Nur zehn Jahre später starb Christiane von Goethe an einem Schlaganfall. Der Dichter selbst lebte noch bis 1832, kam jedoch über den Verlust seiner Frau nicht hinweg. Goethes Abschiedsvers auf der Grabplatte seiner Frau beschreibt seine tiefe Trauer: "Du versuchst, o Sonne, vergebens, durch die düstren Wolken zu scheinen! Der ganze Gewinn meines Lebens ist, ihren Verlust zu beweinen."

 

 

 - Winterling Anfang Februar 2014Gefunden                 

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.    

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Johann Wolfgang von Goethe
(1813)

 

 

Lydia Faßnacht

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

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http://www.kaiserin.de/christiane-von-goethe.php