BlätterwerkStille, Geheimnis, Zauber: Seit jeher fühlt sich der Mensch tief verbunden mit dem Wald. Er zieht uns magisch an und lässt uns zur Ruhe kommen. Von dieser besonderen Beziehung zwischen Mensch und Wald erzählen überlieferte Geschichten und Gedichte. Sie beschreiben die besondere Beziehung zwischen Mensch und Wald. Zur Gattung der Naturlyrik gehört auch das bekannte Gedicht "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff, das in der deutschen Spätromantik um 1835 entstand. Dieses und einige andere Gedichte haben wir für Sie ausgewählt:

 

 - Waldstück in der Nähe von Gessertshausen im schwäbischen Landkreis AugsburgMondnacht: Ein Gedicht von Joseph von Eichendorff - erstmals veröffentlicht 1837

 - Eiche

 

          Es war, als hätt' der Himmel

           Die Erde still geküßt,

          Daß sie im Blütenschimmer

           Von ihm nun träumen müßt'.

 - Junge Fichte

 

 

         Die Luft ging durch die Felder,

         Die Ähren wogten sacht,  

         Es rauschten leis' die Wälder,

         so sternklar war die Nacht.

 


 - Abenddämmerung im Dezember 2013

  

 

        Und meine Seele spannte

         Weit ihre Flügel aus,

         Flog durch die stillen Lande,

         Als flöge sie nach Haus.

 

 

 

                      Joseph von Eichendorff (1788 - 1859)

 

 

 

 

 

Nur eine Stunde im grünen Wald
 

 - Wald im NebelNur eine Stunde von Menschen fern,
Nur eine einzige Stunde!
Statt der tönenden Worte des Waldes Schweigen,
Statt des wirbelnden Tanzes der Elfen Reigen,
Statt der leuchtenden Kerzen den Abendstern,
Nur eine Stunde von Menschen fern!
 
Nur eine Stunde im grünen Wald,
Nur eine einzige Stunde!
Auf dem schwellenden Rasen umhaucht von Düften,
Gekühlt von den reinen balsamischen Lüften,
Wo von ferne leise das Echo schallt,
Nur eine Stunde im grünen Wald!
 
Nur eine Stunde im grünen Wald, - Waldpflanze Nur eine einzige Stunde!
Wo die Halme und Blumen sich flüsternd neigen,
Wo die Vögel sich wiegen auf schwankenden Zweigen,
Wo die Quelle rauscht aus dem Felsenspalt,
Nur eine Stunde im grünen Wald!


Auguste Kurs (1815-1892)

 

 

 

 

 

Von einem unbekannten Dichter stammen folgende Zeilen:

 - Frisch gepflanzte FichtePflanz einen Baum,

Du kannst nicht ahnen

wer einst in seinem Schatten tanzt.

Bedenk, es haben deine Ahnen

eh' sie dich kannten,

auch für dich gepflanzt.

(unbekannt)

 

 

 

 

 

Abendlied

 - Wald im Nebel.

 

 

 

 

 

 

       Der Mond ist aufgegangen
       Die gold'nen Sternlein prangen
       Am Himmel hell und klar
       Der Wald steht schwarz und schweiget
       Und aus den Wiesen steiget
       Der weiße Nebel wunderbar

 

 - Abendrot    Wie ist die Welt so stille
    Und in der Dämmerung Hülle
    So traulich und so hold
    Gleich einer stillen Kammer
    Wo ihr des Tages Jammer                                    verschlafen und vergessen sollt.

 

 

           

 - Halbmond Januar 2014

      Seht ihr den Mond dort stehen
      Er ist nur halb zu sehen
      Und ist doch rund und schön
      So sind wohl manche Sachen
      Die wir getrost belachen
      Weil unsere Augen sie nicht seh'n

      Matthias Claudius, 1778

 

 

     

      Auf bald im Wald

      Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de