- Gefährliches HinauslehnenDie Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat jetzt alarmierende Zahlen veröffentlicht: Allein im vergangenen Jahr sind ihr rund 3.000 Unfälle in Zusammenhang mit Leitern gemeldet worden, darunter sechs tödliche. Stürze von Leitern zählen damit zu den häufigsten Unfällen und haben oft schlimme Folgen. Auch bei der Obsternte heißt es gut aufpassen, denn knapp neun Prozent der Leitersturzunfälle ereigneten sich nach Auskunft der SVLFG beim Abpflücken des Obstes. Mit der Aufstiegshöhe steigt das Unfallrisiko zusätzlich. Vor allem Senioren sind hier gefährdet, denn ab einem Alter von 50 steigt das Risiko, das Gleichgewicht auf einer Leiter zu verlieren, sprunghaft an. Lesen Sie, worauf Sie achten müssen, um böse Stürze zu vermeiden.

Anlegeleiter: Sicherung am Fuß und Kopf notwendig

- Leiterkopf GurtAn Obstbäumen ereignen sich die meisten schweren Leiterunfälle – nicht nur bei der Obsternte, sondern auch bei der Baumpflege. Meistens waren die Anlegeleitern vorher ungesichert. Nach Angaben von Marion Nesselrath von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) sind Unfälle mit einem gesicherten Leiterkopf meist deutlich weniger schwer: Denn selbst wenn man abrutsche oder das Gleichgewicht verliere, böte die Leiter oftmals noch eine sichere Festhaltemöglichkeit. Also einfach die Leiter fest mit einem Ast verbinden, entweder mit einem einfachen Strick, oder noch besser, mit einem speziellen Leitergurt. Wenn die Leiter dagegen am Kopf nicht gesichert ist, ist die Gefahr groß, dass die Leiter mit umstürzt. Leiterspitzen, gut in den Boden gedrückt, erhöhen die Sicherheit zusätzlich, verhindern weitgehend das Verdrehen und das Wegrutschen am Leiterfuß. Sie bieten aber keinen Schutz, wenn die Leiter am Leiterkopf wegrutscht. Lehnen Sie die Leiter also sicher an einen ausreichend starken Ast oder in einer stabilen Astgabel an. Der richtige Anstellwinkel beträgt in etwa 75 Grad.

Nur intakte Leitern verwenden

- morsche Holzanlegeleiter Verwenden Sie nur geeignete und intakte Leitern. Gerade Holzleitern sollten vor jedem Einsatz überprüft werden. Sind sie farbig lackiert, kann man zum Beispiel eventuelle Mängel am Holz nicht mehr deutlich genug erkennen. In einem der Fälle, die der SVLFG schildert, verwendete ein Landwirt bei der Apfelernte eine 4,50 Meter lange Holzanlegeleiter. Diese war zwar mit eisernen Spitzen ausgerüstet, befand sich ansonsten aber in einem schlechten Zustand und war stark von Holzwürmern befallen. Der Mann stand in zwei Meter Höhe auf der Leiter, als plötzlich beide Leiterholme unter seinen Füßen durchbrachen. Dadurch fiel er rücklings gemeinsam mit den Bruchstücken der Leiter auf den Wiesenboden. Bei dem Sturz erlitt der Landwirt eine Fraktur des zwölften Brustwirbels. Achten Sie also auf einen einwandfreien Zustand ihrer Leiter, und achten Sie auch auf das GS-Zeichen, also auf "Geprüfte Sicherheit" durch eine zugelassene Prüfstelle. Auch die Mitarbeiter des Technischen Aufsichtsdienstes der Berufsgenossenschaft helfen bei ihren Betriebsbesichtigungen oder auf Anfrage, die richtige Entscheidung zu treffen.

Die richtige Leiter verwenden

- Leiterfuß SpitzenEine Leiter, die für alle Zwecke geeignet ist, gibt es natürlich nicht. Deshalb muss die Leiter je nach Einsatzzweck ausgewählt werden. Zum Ausschneiden und Abernten von Obstbäumen gibt es spezielle Obstbaum- oder Anlegeleitern zu kaufen. Dabei sind die Obstbaumleitern besonders für die Pflege und Ernte in der äußeren Baumkrone geeignet, für die Arbeit im Inneren der Krone ist eine Anlegeleiter sinnvoller. Die Leitern werden ein- oder mehrteilig angeboten, und sind mit Stützen ausgerüstet. Sinnvoll sind auch Teleskopstützen, die sich dem Gelände anpassen. Bei einteiligen Leitern ermöglichen die Stützen das freie Aufstellen. Wird eine mehrteilige Leiter eingesetzt, muss der Leiterkopf an einen tragfähigen Ast angelegt werden. Beim Übersteigen der Stützen-Befestigung kann die Leiter sonst nach vorn in den Baum hineinkippen. Außerdem sollten mehrteilige Leitern mit Stützen ausgerüstet sein, die Spreizsicherungen besitzen. Diese sind dann straff einzustellen, damit Leiter und Stützen beim Besteigen nicht auseinander grätschen.