img6232 300In Thüringen und Sachsen hat sich das neue Verfahren bereits in Testdurchläufen erfolgreich bewährt, nun ziehen auch die anderen neuen Bundesländer nach: mit Beginn der Waldbrandsaison am 1. März führen sie gemeinsam das internationale fünfstufige System der Waldbrandgefahrenstufen ein, das heißt, ab diesem Jahr wird die Nummerierung der Waldbrandgefahrenstufen von bisher 0 bis 4 an die internationale Skalierung 1 bis 5, die auch in den alten Bundesländern verwendet wird, angepasst. Für die Waldbrandsaison 2014 ist der sogenannte Waldbrandgefahrenindex (WBI) damit für alle Bundesländer gleich verbindlich.

Einheitliche Prognosen durch den DWD

Nach Angaben des Sächischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft basiert der neue Waldbrandgefahrenindex auf einer sogenannten Feuerintensitätsgleichung, welche die Laufgeschwindigkeit des Feuers, in Abhängigkeit von der Bestandsstruktur des Waldes hinsichtlich Boden, Streuauflage und Kronenbereich in Verbindung mit gemessenen und prognostizierten Wetterdaten berücksichtigt. „Die Gefahr von Zündungen hängt ganz wesentlich von der Streu- und Luftfeuchte sowie der Windgeschwindigkeit ab", sagt Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Der neue WBI reagiert gegenüber dem bisherigen Index M68 schneller und beschreibt die Waldbrandgefahr besser." Dies bestätigten auch die Waldbrandexperten der Forstbehörden, die an der Erprobung beteiligt waren oder den neuen WBI bereits seit seiner Fertigstellung im Jahr 2012 nutzen. Die Waldbrandgefahr steige oft schon im zeitigen Frühjahr bei trockenem und windigem Wetter rapide an. Dann bedeckten trockene Laub- und Nadelstreu sowie abgestorbenes Gras aus dem Vorjahr den Waldboden, die sich leicht entzünden können. Erst mit dem Durchgrünen des Waldbodens und dem Blattaustrieb der Waldbäume sänke die Zünd- und Brennbereitschaft wieder.

Harmonisierung verhindert Irritationen

 - Verbrannte Lichtung„Der neue bundesweit einheitliche Waldbrandgefahrenindex sorgt nun dafür, dass es im Grenzbereichzwischen den Bundesländern keine Irritationen mehr geben kann", freut sich der sächsische Forstminister Frank Kupfer. Auch in Thüringen, das das Verfahren als erstes der neuen Bundesländer schon im letzten Jahr eingeführt hat, ist man zufrieden: „Das in Thüringen schon im vergangenen Jahr eingeführte neue Verfahren hat sich bewährt und wird nun in den verbleibenden vier jungen Bundesländern ebenfalls übernommen“, so Volker Gebhardt vom ThüringenForst-Vorstand. „Gerade an den Grenzen zu anderen Bundesländern wird es daher künftig zu keinen gravierenden Unterschieden in der Waldbrandgefahrenprognose kommen“, so Gebhardt weiter. Nach Angaben der Thüringer Landesforstanstalt ist das Bundesland mit rund 200.000 ha flächengrößter Waldbesitzer im Freistaat Thüringen. ThüringenForst ist durch das Thüringer Umweltministerium mit der Organisation des Waldbrandschutzes in den über 550.000 ha Wald im Freistaat beauftragt. Nach seinen Angaben werden in Deutschland jedes Jahr 700 bis 800 Waldbrände mit einem Flächenzerstörung von mehreren Hundert Hektar registriert. Die Schäden beliefen sich auf nahezu eine halbe Million Euro. Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen führten die Waldbrandstatistik bundesweit an, das waldreiche Thüringen nimmt nach den Zahlen von ThüringenForst einen mittleren Platz ein.

Gudrun Opladen

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

Weitere Informationen unter:

www.thueringenforst.de

www.sachsenforst.de

www.dwd.de/waldbrand

Die Waldbrandgefahrenstufen sind ab 1. März auch online über die Internetseite des Brandenburger Ministeriums abrufbar: www.mil.brandenburg.de