Unfall bei ´waldtypischer Gefahr´ - Waldbesitzer haftet nicht

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 02.10.2012 (Aktenzeichen VI ZR 311/11) die Frage entschieden, wann ein Waldbesitzer für Unfälle haftet, die in seinem Wald passieren. Eine Haftung bei „waldtypischer Gefahr“ verneinte der BGH. Im zu klärenden Fall war eine Spaziergängerin in einem Privatwald durch einen herabfallenden Ast am Hinterkopf so schwer verletzt worden, dass sie eine Hirnschädigung erlitt. Sie hatte darauf hin vom Waldbesitzer Schadenersatz verlangt und geklagt.


Da das Betreten des Waldes zum Zweck der Erholung jedem gestattet ist, und der Waldbesitzer dieses dulden müsse, „sollen dadurch keine besonderen Sorgfalts- und Verkehrssicherungspflichten erwachsen“, urteilte der Bundesgerichtshof. Das Risiko eines herabfallenden Astes sei eine „waldtypische Gefahr“, welches ein Spaziergänger einkalkulieren müsse.

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