Wilderei hat nichts mit Wald-Romantik zu tun – jeder Hinweis kann helfen, den Übeltäter zu schnappen.Die einen tun es einfach nur für den Kick des Klicks, die anderen erlegen Wild um des Fleisches Willen und dann gibt es die Wilderer, die auf Trophäen aus sind, also beispielsweise auf das Geweih des kräftigsten Hirsches im Wald: Wilderei wird zunehmend zum Problem. Revierpächter aus dem Kreis Augsburg haben reagiert und eine Belohnung ausgesetzt.

Das Vorgehen der Wilderer ist perfide und brutal: Sie jagen mit nicht zugelassenen Waffen in Revieren, die sie vorher getarnt als Jogger erkunden, lassen angeschossene Tiere qualvoll verenden und machen nicht einmal Halt vor Muttertieren. Auch für alle, die den Wilderer auf frischer Tat ertappen, kann es gefährlich werden. Die meisten Wilderer kommen jedoch ungeschoren davon.

Viele Revierpächter hoffen deshalb auf die Mithilfe der Bürger. So aktuell in Augsburg, wo in letzter Zeit vermehrt Wilderer unterwegs sind. In Zusammenarbeit mit der Polizei haben die Revierpächter dort eine Belohnung von 1200 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Problem: die Romantisierung der Wilderei

Einen Wilderer zu „verpfeifen“, wäre früher undenkbar gewesen. Jagen entwickelte sich ab dem 15. Jahrhundert immer mehr zum Privileg der Reichen und Adeligen, die Wilderer wurden zu Volkshelden. Die Romantisierung vergangender Zeiten steckt noch in vielen Köpfen. Ein Irrtum, wie wir finden, und das unabhängig von der Einstellung zum „legalen“ Jagen: Wilderei hat nichts mit Adrenalin-Kicks oder romantischen Vorstellungen zu tun, sondern ist rechtswidrig, gefährlich und Tierquälerei.

 

Redaktion: Julia Ehmer, Waldliebhaber.de
Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de

 

Verwandte Themen:
Vorsicht Wilderei: Warum man gefundene Geweihe nicht einfach mitnehmen darf und wie man ganz legal zu einer Abwurfstange kommt

Mehr Infos:
Bayerischer Rundfunk: Kampf gegen Wilderei: Jäger blasen zum Angriff
Augsburger Allgemeine: mehr Wilderer in Bayerns Wäldern