- SchwarzwaldDer nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel hat im Vorfeld zum heutigen „Internationalen Tag des Waldes“ einen stärkeren Schutz des wertvollen Naturerbes in NRW gefordert. Auch in Thüringen informierte Umweltminister Jürgen Reinholz darüber, dass in diesem Jahr 1,2 Millionen neue Bäume für den Staatswald vorgesehen seien. Dennoch ist der heutige Tag gewiss kein Feiertag: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden international jährlich Wälder im Umfang von etwa 20 Millionen Hektar vernichtet, in zahlreichen Ländern seien weitere Bestände in ihrer Substanz bedroht. Als Reaktion auf die globale Waldvernichtung hatte die Welternährungsorganisation FAO Ende der siebziger Jahre den 21. März zum "Internationalen Tag des Waldes" ausgerufen. Seit 2000 wird der heutige Tag übrigens auch als "Welttag der Poesie" begangen, weshalb diese beide Tage nun "zusammengehören".

Brandenburg: Fledermaus und Eibe heute im Fokus 

Auch in Brandenburg begehen Förster und Waldbesitzer heute den „Internationalen Tag des Waldes“. Brandenburg gehört zu den waldreichsten deutschen Bundesländern. So erwartet die Oberförsterei Milmersdorf heute Kindergruppen, um nicht nur Waldbäume zu pflanzen und ein fröhliches Waldfest zu feiern. Der am Ort angrenzende Milmersdorfer Wald, 1999 als geschütztes Waldgebiet für Erholung ausgewiesen, bietet dazu vielfältige Möglichkeiten. Die feierliche Unterzeichnung von Vereinbarungen mit der Schule und dem Kindergarten, die Enthüllung der Bilderrahmen und die gemeinsame Pflanzung einer stattlichen Traubeneiche an den Hauptwanderweg des Erholungswalds als Baum des Jahres 2014 sind die Höhepunkte des heutigen Waldfests im uckermärkischen Milmersdorf.

Wie berichtet, hatte die Forstwirtschaft in Deutschland im Jubiläumsjahr „300 Jahre Nachhaltigkeit“ an vielen Wald- und Wanderwegen auffällige Rahmen errichtet. Mit einer kleinen Bilderrahmengalerie wurde auch der Milmersdorfer Erholungswald ausgestattet. So wird auf Eibenbäume verwiesen, die schon von 20 Jahren, als die Eibe Baum des Jahres war, von Milmersdorfer Schulkindern mit den Förstern gepflanzt wurden. Mit ihrer Fledermaus-Waldschule (Standort Reiersdorf) wird die Oberförsterei künftig vor Ort im Erholungswald Milmersdorf auf Waldwanderungen mit den Kindern unterwegs sein, um sie in die Geheimnisse des Waldes einzuweihen.

Quelle: Pressemitteilung des Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg vom 20.03.2014

NRW: „Wälder sind Schatz vor unserer Haustüre“

 - Baumkronen „Die Wälder in NRW sind der Schatz vor unserer Türe. Wald ist nicht nur als Produktionsstätte für den nachwachsenden Rohstoff Holz und als natürlicher Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten unverzichtbar“, sagte NRW-Minister Remmel zum heutigen „Internationales Tag des Waldes“. „Ein gesunder Wald wird auch zum Schutz des Bodens und des Wassers, als Klima-, Immissions- und Lärmschutz, aber vor allem als Erholungsraum und Lernort für Menschen dringend gebraucht. Der Wald mit seiner fantastischen Vielfalt ist ein nicht ersetzbarer Alleskönner.“ Daher will die Landesregierung den Umbau und Aufbau von naturnahen Wäldern voranbringen, die den Folgen des Klimawandels und anderen Belastungen besser widerstehen können. „Wald ist im Industrieland Nordrhein-Westfalen im Vergleich mit anderen Bundesländern rar. Deshalb ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, dieses wertvolle Naturerbe für die nächsten Generationen zu schützen und zu bewahren.“

Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen zehn Jahren rund 3.200 Hektar Waldfläche dazugewonnen. Diesen Trend fortzuführen ist erklärtes Ziel der Landesregierung und Teil des Koalitionsvertrages. „Wir benötigen mehr wertvollen und standortgerechten Wald in NRW und nicht weniger“, so Remmel. Zwar bedecken die Wälder in NRW mehr als ein Viertel der Landesfläche (ca. 916.000 Hektar). Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl stehen pro Kopf jedoch nur rund 500 Quadratmeter Wald zur Verfügung – im bundesweiten Durchschnitt sind es über 1.200 Quadratmeter.

Quelle: Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz vom 20.03.2014

Thüringen: 1,2 Millionen neue Bäume geplant

„Allein im Frühjahr 2014 sollen in den 24 Forstämtern auf 736 Hektar rund 850.000 Bäume gepflanzt werden, im Herbst auf 170 Hektar weitere 350.000,“ informierte Umweltminister Jürgen Reinholz anlässlich des heute stattfindenden Internationalen Tag des Waldes.
„Zwei Drittel dieser zu pflanzenden Bäume werden Laubbäume sein. Damit kommen wir dem Ziel stabiler Mischwälder im Freistaat ein weiteres Stück näher. Mischwälder bieten mit Blick auf den Klimawandel die beste Gewähr für den Erhalt eines leistungsstarken Waldes“, so Minister Reinholz. Walderhaltung ist die Basis für eine nachhaltige Bereitstellung vielfältigster Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen, die sowohl den Menschen als auch der Natur zugute kommen.

Erst am 17. März 2014 hatte Minister Reinholz zahlreiche Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Verwaltung zum Dialog über die zukünftige Ausrichtung der Forstpolitik eingeladen. Große Einigkeit herrschte bei der Schlussfolgerung, dass es aufgrund der sich vielfach überlagernden und mitunter auch widersprechenden Ansprüche an den Wald entscheidend ist, ausgleichende Lösungen zu entwickeln. Hierin liegt eine Kernaufgabe der Landesforstverwaltung. ThüringenForst ist mit 200.000 Hektar flächengrößter Waldeigentümer in Mitteldeutschland.

Quelle: Pressemitteilung des Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz vom 20.03.2014

 

Gudrun Opladen

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de