- Umgestuerzte BaeumeDie Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD hat die Präsentation des aktuellen Waldzustandsberichts durch das Bundeslandwirtschaftsministerium heute als Schönfärberei bezeichnet. Wie berichtet, hatte das Ministerium seine Ergebnisse zur "Waldzustandserhebung 2013" Anfang der Woche veröffentlicht. Nach ihrer Hauptaussage hat sich der Zustand des deutschen Waldes weiter verbessert. Tatsächlich aber belegen die Zahlen nach Robin Wood genau das Gegenteil. Die Pressemitteilung im Wortlaut.

"Waldschäden schöngeredet"

ROBIN WOOD-Pressemitteilung vom 12.3.2014 

ROBIN WOOD kritisiert die Schönfärberei der Waldschäden in Deutschland durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Das Ministerium hatte Anfang dieser Woche die Ergebnisse der jüngsten „Waldzustandserhebung“ veröffentlicht. Die Kernaussage der dazugehörigen Pressemitteilung: „Der Zustand des deutschen Waldes hat sich weiter verbessert.“

Tatsächlich aber belegen die Zahlen, dass der Anteil an geschädigten Baumkronen leicht angestiegen ist: von 61 Prozent im Jahre 2012 auf 62 Prozent im vergangenen Jahr. „Unter Erholung lässt sich ein Anstieg im Krankenstand der Waldbäume – und sei er noch so gering – nun wahrlich nicht verbuchen“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferent Rudolf Fenner.

Bundesforstminister Christian Schmidt aber freute sich in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ über ein „im Kern gesundes Ökosystem“. Der Wald habe sich weiter erholt. Die Luftreinhaltung funktioniere. Das sei eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man sich erinnere, dass Waldsterben in den 80er-Jahren das Stichwort schlechthin war, so Schmidt.

Diese Darstellung täuscht darüber hinweg, dass es dem Wald heute schlechter geht als in den achtziger Jahren, als das „Waldsterben“ das dominierende Sorgenthema in Deutschland war. Damals wurden immerhin noch über 40 Prozent der hiesigen Wälder als ungeschädigt kartiert. Heute liegt dieser gesund erscheinende Waldanteil durchweg unter der 40-Prozent-Linie.

Luftschadstoffe und die längst spürbaren Folgen der Klimaveränderung machen dem Wald das Leben schwer. Noch immer werden zu hohe Mengen an Stickstoffverbindungen mit dem Regen in die Wälder gespült. Stickstoffverbindungen versauern die Böden und schaffen Nährstoffungleichgewichte, die die Wälder schwächen. Stresssituationen wie etwa Trockenperioden können labile Wälder kaum noch verkraften.

So katapultierte der ungewöhnlich trockene Sommer 2003 die Waldschäden in eine dramatische, bis dahin noch nie vorgekommene Höhe. Über 80 Prozent der Buchen und Eichen ließen Schäden erkennen. Erholt haben sie sich davon in den vergangenen zehn Jahren kaum. Noch immer liegen die Schäden bei beiden Baumarten um die 80 Prozent.

Stickstoff-Verbindungen stammen zum einen aus dem Straßenverkehr. Dessen Stickoxid-Emissionen nehmen aber – wenn auch längst nicht genug – immerhin ab. Die Hauptlast an Stickstoffeinträgen in die Wälder stammt aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion. Und diese Ammoniak-Emissionen sind seit Jahren unverändert und viel zu hoch.

„Die Luftreinhaltung funktioniert am schlechtesten im Zuständigkeitsbereich des Forst- und Landwirtschaftsministers“, sagt Fenner. „Waldschäden kleinzureden, nützt dem Wald gar nichts. Minister Schmidt sollte im eigenen Hause dafür sorgen, dass die Emissionen aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion konsequent verringert werden.“

 

 

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