- - Helikoptereinsatz im NLP: KuboschBäume können nicht nur gefällt, sondern auch "gepflückt" werden. Das zeigt die "Arbeitsgemeinschaft Helikopterfällung" immer wieder bei ihren spektakulären Einsätzen. In der Arbeitsgemeinschaft arbeiten erfahrene Baumpfleger aus Nordhessen und Niedersachsen mit einem Helikopterunternehmen aus Baden-Württemberg zusammen. Vor kurzem bekam die Arbeitsgemeinschaft einen Auftrag vom Zweckverband des Naturparks Kellerwald-Edersee. Dort mussten 350 Kiefern gefällt werden, um die seltene, Jahrtausende alte Reliktpflanze Pfingstnelke zu retten. Über die Einzelheiten zu diesem Projekt hat jetzt das Nationalparkamt Kellerwald-Edersee informiert:

 

Kiefern und Pfingstnelken: Die Nadeln des Baumes schädigen die Pflanzen

 - Bloßenberg - Nelke aus dem Fels / KuboschUntersuchungen haben gezeigt, dass Kiefernadeln das Wachstum der Pfingstnelkenpolster erheblich beeinträchtigen. Im Naturpark Kellerwald-Edersee wurden die Kiefern vor über 120 Jahren gesät. Jetzt zeigt sich, dass sie den Fortbestand der hiesigen Pfingstnelken massiv gefährden. Die Nationalparkverantwortlichen mussten sich also entscheiden: Für die Kiefern oder für die Pfingstnelken. Die schwierige Entscheidung fiel zugunsten der Pfingstnelken aus, denn Deutschland trägt eine enorme Verantwortung für die Vorkommen der Pfingstnelke: Die Gesamtpopulation dieser selten gewordenen Pflanze wächst zum überwiegenden Teil in Deutschland.

"Arbeitsgemeinschaft Helikopterfällung": So werden Bäume "gepflückt"

 - Baumkletterer / Bork Ein Baumpfleger klettert mit einer speziellen Seiltechnik in den Baum. Dabei schwebt der Helikopter bereits über ihm. Vom Helikopter aus wird ein Lastenseil zu dem Baumkletterer hinabgelassen, der es am Baum befestigt. Erst wenn das Seil richtig sitzt, wird der Baum mit einer Motorsäge gefällt. Durch das gespannte Seil übernimmt der Helikopter im gleichen Moment die Kiefer und fliegt sie aus. Die Kiefern kippen also nicht zu Boden, wie bei einer konventionellen Fällung, sondern werden vom Helikopter regelrecht "gepflückt". Die Kosten für die Fällung der 350 Kiefern belaufen sich auf rund 70.000 €. "Diese außergewöhnliche Maßnahme zum Schutz der Pfingstnelkenfluren werden im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Kellerwald-Region vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, vom Land Hessen und vom Naturpark gefördert", erläutert Rainer Paulus, Geschäftsführer des Naturparks Kellerwald-Edersee.

Informationen zum Naturschutzgroßprojekt des Naturparks Kellerwald -Edersee:

Das Naturschutzgroßprojekt dient dem Erhalt der ausgedehnten Buchenwälder und der vielgestaltigen Kulturlandschaft der Region. Für das Gesamtprojekt stehen rund 6 Millionen € Fördermittel zur Verfügung. Die vier ausgewählten Maßnahmenräume, für die die Finanzierung der Umsetzung gesichert ist, sind:

- Edersee Steilhänge

- Nationalpark Kellerwald-Edersee

- Frankenau und Wesetal

- Hoher Keller

 

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

Weitere Informationen und einen Film zum ersten Helikoptereinsatz 2011 finden Sie unter:

http://www.naturschutzgrossprojekt-kellerwald.de/ngp/home/index.php