- Spezialisten in Sachen HolzzersetzungPilze sind für den Wald unentbehrlich. Sie sind nämlich Spezialisten, wenn es darum geht, organisches Material zu zersetzen und wertvollen Humus daraus zu bilden. Ohne die Arbeit der Pilze würde der Wald vermutlich in Bergen von Pflanzenresten und abgestorbenen Bäumen versinken. Sogar abgestorbenes Eichenholz, das ja zu den härtesten Holzsorten zählt, ist für holzzersetzende Pilze kein Problem.

 

Wie Pilze abgestorbene Bäume "verflüssigen": Sie setzen ein spezielles Enzym ab

Pilze sind Fäulnisbewohner. Sie ernähren sich von abgestorbenen organischen Substanzen. Für ihren Stoffwechsel brauchen Pilze organische Nährstoffe, die von anderen Lebewesen gebildet wurden. Dabei sondern die Pilze bestimmte Enzyme ab, die ihnen helfen, die Nahrung zu zersetzen. Mithilfe dieser Enzyme verflüssigen Pilze ihre Nahrung und können sie dann durch ihre dünnen Zellwände aufnehmen.

Pilze: Eine ganz besondere Lebensform

 - Pilze: Pflanze oder Tier?Pilze lassen sich übrigens gar nicht so leicht in eine Schublade stecken: Gehören sie eher zu den Pflanzen oder zu den Tieren? In dieser Frage scheiden sich die Geister. Ursprünglich hatte man die Pilze bei den Pflanzen eingeordnet. Nach Meinung mancher Biologen sind Pilze den Tieren näher als den Pflanzen, weil sie keine grünen Blätter haben und deswegen keine Photosynthese betreiben können.  Fest steht immerhin: Pilze bilden neben den Pflanzen und Tieren ein ganz eigenes Reich.

Herausforderung für die Wissenschaft: Es gibt noch viele Pilze zu entdecken

 - Pilze sind eine noch sehr unerforschte OrganismengruppeIm Grunde sind Pilze eine noch sehr unerforschte Organismengruppe. Experten gehen davon aus, dass es über 1,5 Millionen verschiedene Pilzarten gibt. Nur etwa 80.000 Arten sind der Wissenschaft bislang bekannt. Pilze, die totes Holz abbauen, nennt man saprophytische Pilze. Es gibt aber auch parasitische Pilze. Sie befallen noch lebende Bäume. Manche von ihnen können noch lange Zeit im bereits toten Baum weiterwachsen.

Brüder der Bäume: Pilze können für Waldbäume sehr nützlich sein

Es gibt aber auch eine Gruppe von Pilzen, die als "Brüder der Bäume" gelten. Sie gehen Symbiosen - also Lebensgemeinschaften - mit Organismen ein. Insbesondere Waldbäume haben eine Vorliebe für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Pilzen entwickelt - zu beiderseitigem Nutzen. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Mykorrhiza-Pilze. Sie umspinnen die feinen Endverzweigungen der Baumwurzeln und helfen dem Baum bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme aus dem Boden.

Pilz als Entsorger: Möglicherweise lösen plastikfressende Pilze unser Müllproblem

 - Können Pilze Plastikmüll entsorgen?Was es nicht alles gibt: In den tropischen Regenwälder wächst möglicherweise die Lösung für das Problem der Kunststoffentsorgung. Interessante Informationen dazu haben wir im Forschungs-Blog der Fraunhofer-Gesellschaft entdeckt: Biologen sind am Amazonas auf einen Dschungelpilz gestoßen, der großen Appetit auf Kunststoff hat: Er nennt sich Pestalotiopsis microspora und ist der erste bekannte Organismus, der Polyurethane zersetzen kann. Das ist ein Kunststoff, aus dem viele Schaumstoffe, Folien oder Beschichtungen bestehen. Der Astronom Florian Freistetter schreibt als Fazit: "Natürlich ist noch ein bisschen Forschungsarbeit nötig, bis der plastikfressende Pilz unser Müllproblem lösen kann. Aber die Expeditionen in den Regenwald finden weiter statt. Und wer weiß, was sich dort noch alles für erstaunliche Organismen finden lassen!" Darauf kann man sicher gespannt sein.

Lydia Faßnacht

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

http://www.forschungs-blog.de/der-dschungelpilz-der-plastik-frist/

http://www.pilzportal.info/de/lebensweise_der_pilze

http://www.naturdetektive.de/natdet-wochenwettbewerb_2011-360.html

http://www.nabu.de/nabu/nh/jahrgang2008/heft4/10155.html

http://www.dbu.de/708ibook66371_32337_705.html