- Demeter Baden-Württemberg Schwarmphase der Honigbienen, Kontrolle der Bienenstöcke, Mai 2003, Demeter Imkerei FriedmannDas Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und die UN-Welternährungsorganisation (FAO) haben jetzt ein neues Projekt zur Waldbewirtschaftung in Schwellen- und Entwicklungsländern gestartet. Das Projekt soll eine nachhaltige Waldwirtschaft in den Privatwäldern fördern und die Eigenverantwortlichkeit der Besitzer stärken. Eine eigenverantwortliche Waldbewirtschaftung verbessert weltweit die Lebenssituation von Millionen Menschen, so das BMELV. Dabei seien freiwillige Zusammenschlüsse für die Waldbesitzer oftmals der Schlüssel zum Erfolg. „Das gemeinsame Ziel der Staatengemeinschaft muss es sein, den Wäldern und ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung weltweit eine stärkere Stimme zu geben. Der Wald muss auch künftigen Generationen zur Sicherung der Lebensgrundlagen zur Verfügung stehen – ganz so, wie es der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz bereits vor 300 Jahren in seinem Grundsatzwerk zur Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft angestoßen hat“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Geschäftsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Peter Bleser, anlässlich des Projektstarts.

Konferenz im chinesischen Guilin zur forstlichen Selbsthilfe

 - Biolandhof Hartmann Hessen Vogelsberg Bioland Mutterkuhherde aus Rotbunten, Limousin und Fleckvieh auf der Weide Im Vordergrund des Projektes sollen die Menschen stehen, die von der Ressource Wald leben. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt das Vorhaben in den nächsten zwei Jahren mit einer Millionen Euro. Zum Auftakt des Projekts hatte die FAO Anfang Dezember gemeinsam mit der chinesischen Forstverwaltung Waldbesitzer und Experten aus Amerika, Asien, Afrika und Europa zu einer Konferenz mit dem Titel „Strength in numbers“ – auf Deutsch in etwa „Gemeinsam sind wir stark“ – nach Guilin im Süden Chinas eingeladen. Rund 140 Teilnehmer berieten darüber, wie die Rolle der forstlichen Selbsthilfeorganisationen weltweit gestärkt werden kann, um die Lebensbedingungen und die Ernährungssituation in den oft von Armut und Landflucht geprägten ländlichen Räumen zu verbessern.

Gute deutsche Erfahrungen sollen weitergegeben werden

 - Hecke als Strukturelement und Biotop in Agrarlandschaft, Hessen Gut Kragenhof BiolandMit dem Konzept “Schutz durch Nutzung“ haben wir in Deutschland gute Erfahrungen gemacht. Außerdem profitieren wir von dem hierzulande gut organisierten Privat- und Kommunalwald. An diesen Erfahrungen wollen wir andere Regionen der Welt teilhaben lassen“, so Bleser. Im Verlauf der Konferenz haben private Waldbesitzer und Vertreter von Zusammenschlüssen aus vielen Teilen der Welt von ihren Erfahrungen und Schwierigkeiten bei der Etablierung von regionalen Selbsthilfeorganisationen berichtetet. Das Gastgeberland China hat in einer groß angelegten Landreform in den vergangenen fünf Jahren Waldbesitz an über 90 Millionen Familien übertragen. Parallel dazu haben sich 115.000 Kooperativen gebildet. „Die Bewirtschaftung unserer Wälder ist eine Aufgabe ersten Rangs für die Entwicklung einer ökologisch verantwortungsvollen Gesellschaft in China“, sagte die Vizeministerin der Chinesischen Forstverwaltung Yin Hong.

Ausgesuchte Pilotländer und Start einer neuen FAO-Einrichtung

Ausgehend von der ersten weltweiten Bestandsaufnahme auf der Konferenz in Guilin wird das Projekt nach Angaben des BMELV wichtige Ansätze zur Selbstorganisation und zur Förderung von kleinen Privatwaldbesitzern vertiefen und optimieren. Im Fokus stehen dabei ausgesuchte Pilotländer auf drei Kontinenten. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung geleistet. Das deutsche Projekt markiert außerdem den Start einer neuen Einrichtung bei der FAO, der „Forest and Farm Facility“, die sich der Frage widmen wird, wie die Landbevölkerungen bei der Waldbewirtschaftung besser einbezogen werden kann.

Gudrun Opladen

Auf bald im Wald

Ihre Redaktion von Waldliebhaber.de

 

Quellengrundlage: Presseinformation des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 9. Dezember 2013