NadelwaldEine aktuelle Studie der Tropenwaldstiftung OroVerde und dem Gobal Nature Fund (GNF), gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie dem Bundesamt für Naturschutz, hat ergeben, dass der Erwerb von Finanzprodukten, die in Wald investieren, durchaus kritisch zu beurteilen ist. [Ein Gastbeitrag von Norbert Hache, Rechtsanwalt, Berlin]

Investitionsobjekt „Wald“

HEE Hache2Ein Waldinvestment bedeutet, dass sich Anleger finanziell an dem Investitionsobjekt „Wald“ (Naturwälder oder auch Plantagen oder holzverarbeitende Unternehmen) beteiligen, wobei die Erträge aus dem Investment hauptsächlich aus der Holzernte und dem anschließend Verkauf erzielt werden. Insofern wird ebenso von Holzinvestments gesprochen. Die Anlageform in ein Waldinvestment ist breit gefächert, sie reicht von Aktien forstwirtschaftlicher Unternehmen über Indexzertifikate bis hin zu Direktanlagen mit monatlicher Einzahlung und sogar geschlossenen Investments.

Hohe Renditen nicht ohne Risiko

Das Problem bei Waldinvestments liegt darin, dass diese Investments zum sogenannten Grauen Kapitalmarkt gehören, der in Deutschland bekanntlich weder der staatlichen Finanzaufsicht noch ähnlichen Regulierungen unterliegt. Da Anleger faktisch in den Stoff „Holz“ investieren, hat ihre Anlage aufgrund des biologisch bedingten Wachstums eine sehr lange Laufzeit, was bei Abschluss eines Waldinvestments trotz recht hoher Renditen ebenso gut bedacht sein sollte wie die Wahl der Baumarten, die Beteiligungsform, die Zielregion oder die bewirtschaftete Forstfläche. 

Ferner sollte einkalkuliert werden, dass bei Eintreten eines Extremfalls wie z.B. Waldbrand oder Schädlingsbefall, der gesamte Ertrag gefährdet werden kann. Die Studie von OroVerde / GNF hat zudem ergeben, dass viele Waldinvestments außerhalb der Eurozone liegen und aufgrund des Wechselrisikos ein Wertverlust drohen kann.

Gefahr der Monokultur

Wer mit einem Waldinvestment auch etwas ökologisch Sinnvolles für die Umwelt tun möchte, sollte bedenken, dass hinter dem Investment häufig Projekte zur Anlage von Monokultur-Plantagen stehen, die sich unstreitig negativ auf die Tier- und Pflanzenwelt und auch die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung auswirken.

Mit dem Produkt Waldinvestment sollten sich Anleger daher sehr kritisch auseinandersetzen.

Die Studie „Waldinvestments – Artenreichtum oder Rendite“ und die zeitgleich angestellte Begleitstudie„Ökonomische Analyse von Teakinvestments in Mittelamerika“ können Sie unter www.globalnature.org/waldinvestments abrufen. Hier erhalten Sie auch zusammenfassende Berichte von sechs vor Ort durchgeführten Fallstudien über z.B. „BaumInvest 1&2“in Costa Rica, „Pure Forest 01“ in Panama, „GreenAcacia“ in Bulgarien oder „JC Indian Sandalwood 2“ in Australien.

Gastautor: Herr Rechtsanwalt Norbert Hache, Kanzlei HEE Rechtsanwälte Berlin

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