Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher.

"PRESSEMITTEILUNG


Berlin, 2. Mai 2013

Nationalparks in Deutschland - Stillgelegt kann Wald kein Klima schützen

Förster, Holzexperten und Wissenschaftler warnen: Geplante Nationalparks in fünf Bundesländern verschlechtern die deutsche CO2-Bilanz.


„Politiker fordern effektive CO2-Einsparungen, treiben aber die CO2-Emissionen mit der Errichtung von Nationalparks in die Höhe“, kritisiert Dr. Denny Ohnesorge, studierter Forstwirt und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR). Fünf deutsche Regionen sind aktuell von politischen Bestrebungen betroffen, Wald nicht mehr pflegen und nutzen zu wollen, sondern ihn sich selbst zu überlassen. Es geht um geplante bzw. bereits umgesetzte Nationalparkprojekte in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Auch Lars Schmidt, Generalsekretär der Deutschen Säge- und Holzindustrie und Sprachrohr für zahlreiche Unternehmen in den betroffenen Regionen beklagt: „Wenn Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, in einem Video (http://goo.gl/6Z3Pa) auf ihrer Internetseite fordert, es brauche ‚Maßnahmen, dass CO2-Emissionen eingespart werden können’, dann passt das für uns nicht mit den Plänen ihres Parteikollegen Winfried Kretschmann zusammen.“ Kretschmann will in dem von ihm politisch geführten Bundesland Baden-Württemberg Wald zeitnah aus der Nutzung nehmen. Damit nimmt der grüne Ministerpräsident höhere CO2-Belastungen von 90.000 Tonnen pro Jahr in Kauf.

Holzprodukte speichern langfristig CO2

Grafik Holz speichert CO2 VB RohholzverbraucherBerechnungen des Zentrums für Holzwirtschaft der Universität Hamburg zu Folge, ist die CO2-Einsparung in einem bewirtschafteten Wald deutlich höher als auf einer stillgelegten und damit nicht genutzten Fläche. Prof. Dr. Arno Frühwald untersuchte wirtschaftliche und klimarelevante Folgen eines Nationalparks für die Region Nordschwarzwald und stellte fest: Durch fehlende Bewirtschaftung vergibt die Region die Chance, jedes Jahr 90.000 Tonnen CO2 einzusparen. Das entspricht in etwa den heutigen durchschnittlichen CO2-Emissionen von 25.000 Einwohnern eines ländlichen Gebietes. Das Gutachten bezieht die positiven Effekte der Holznutzung in die Betrachtung des Waldes als Kohlenstoffspeicher ein. Denn Holzprodukte speichern den Kohlenstoff über ihre Lebenszeit. Das bestätigen auch die Wissenschaftler des Thünen-Instituts: Allein durch die Verwendung von Holz werden in Deutschland pro Jahr 105 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das sind rund 13 Prozent der jährlichen deutschen Treibhausgasemissionen.

Holz ersetzt Öl, Gas, Kohle, Stahl oder Beton und wächst nach

Auch folgende Betrachtung wirkt sich auf die CO2-Bilanz aus: Holz kann CO2-Emissionen mindern, wenn es anstelle fossiler Energieträger genutzt, oder wenn es für Produkte verwendet wird, die sonst mit energieaufwändigeren Materialien wie Stahl oder Beton hergestellt würden. Wissenschaftler nennen dies den „Substitutionseffekt“. Die in Deutschland seit mehr als 300 Jahren praktizierte nachhaltige Waldwirtschaft sorgt dafür, dass die Waldfläche stetig zunimmt und teilweise noch aus den Nachkriegsjahren vorhandene Monokulturen in artenreiche Mischwälder umgewandelt werden.

Waldwirtschaft erhöht CO2-Speicherwirkung

Laut Gutachten ließe sich die Klimaschutzleistung des Waldes durch Maßnahmen des Forstmanagements sogar noch weiter steigern – zum Beispiel durch die Baumartenwahl. Bei einem nicht genutzten Wald werden sich Zuwachs und biologischer Abbau langfristig die Waage halten. Ein solcher Wald würde zwar eine CO2-Speicherfunktion erfüllen, aber zusätzliches CO2 nur in geringem Umfang aus der Atmosphäre binden. Hinzu kommt bei fehlender Pflege das Risiko eines übermäßigen Käferbefalls, wie es zum Beispiel im Nationalpark Bayerischer Wald nach dessen Einrichtung gekommen ist: Durch das Absterben der Bäume und dem Abbau der Humusauflage wurden in kurzer Zeit größere Mengen CO2 freigesetzt.

--

Pressekontakte

Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.

Dr. Denny Ohnesorge

Dorotheenstraße 54, 10117 Berlin

Tel.: +49 30 7202 0438 86             

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: http://www.rohholzverbraucher.de

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie

Lars Schmidt

Dorotheenstraße 54

10117 Berlin

Tel.: +49 30 223204-90

Fax: +49 30 223204-89  

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.bshd.eu

--

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. (AGR)

Die AGR ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine optimale Versorgung seiner Mitgliedsunternehmen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung von Holz zu verbessern.

Über die Deutsche Säge- und Holzindustrie

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie ist ein Zusammenschluss zwischen dem Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e. V. (BSHD) und dem Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie e. V. (VDS). Gemeinsam vertreten sie die Interessen der deutschen Säge- und Holzindustrie auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dabei stehen die Verbände ihren Mitgliedern, darunter mehr als 600 Unternehmen aus ganz Deutschland, in wirtschafts- und branchenpolitischen Angelegenheiten zur Seite und unterstützen die kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung des Rohstoffes Holz. Um dies zu erreichen, treten beide Verbände seit dem 1.1.2013 offiziell unter dem Dach „Die Deutsche Säge- und Holzindustrie – Bundesverband e. V.“ gemeinschaftlich in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik und Forschung. Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht Die Deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz."



Disclaimer:

Auf unserer Webseite veröffentlichte Pressemitteilungen Dritter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder. Pressemitteilungen werden als solche gekennzeichnet. Die Veröffentlichungen auf unseren Webseiten stellen weder Rechtsauskünfte dar noch kann die Gewährleistung übernommen werden, dass die Beiträge in jedem Detail der derzeit gültigen Rechtsprechung entsprechen. Die Beiträge dienen lediglich der Information und erheben keinen Anspruch auf Korrektheit im rechtlichen Sinne. Eine Rechtsauskunft darf nur durch eine juristisch ausgebildete Person erfolgen. Die Redaktion bemüht sich, vor allem die aktuelle Rechtsprechung zu berücksichtigen. Im Einzelfall kann es aber vorkommen, dass rechtliche Fragen von den Gerichten noch nicht abschließend geklärt sind oder unterschiedliche Rechtsauffassungen zu einem Thema bestehen. Aufsätze, Kommentare und Stellungnahmen von juristisch ausgebildeten Personen werden von der Redaktion als solche gekennzeichnet.