Last-Minute-AdventskranzEigentlich wollte ich keinen Adventskranz basteln dieses Jahr. Zu gut erinnere ich mich noch an die stachelige Angelegenheit, den starren Draht und die schmerzenden Hände: Bei meinen Eltern wurde zunächst aus Ästen ein Kranz gebunden und dieser mit Zweigen umwickelt. Doch dann hat mir eine Kollegin ein ganz einfaches Adventskranz-Rezept verraten. Wie das geht und ob man die Zweige dafür im Wald sammeln darf. [Julia Ehmer, Redaktion]

Zutaten für den Last-Minute-AdventskranzAlles, was man für den Last-Minute-Adventskranz benötigt, sind ein Strohkranz und U-förmige Nadeln (gibt es z.B. im Fachhandel oder Baumarkt) sowie einen Korb voller Tannenzweige. Mit einer Gartenschere werden die Zweige zurechtgeschnitten und mit den Nadeln reihum am Strohkranz befestigt. Wem es schwer fällt, die Nadeln mit der Hand festzudrücken, kann auch einen Hammer verwenden. Nach knapp einer Stunde ist der Kranz fertig.

Für meinen Kranz habe ich einfach verschiedene Zweige aus dem Garten verwendet. Zurzeit sind im Wald auch vermehrt Spaziergänger unterwegs, die dort ihre Weihnachtsdeko sammeln. Ob das erlaubt ist? Ich frage bei der Forstverwaltung der Stadt Augsburg nach. Ein Mitarbeiter erklärt mir: „In unseren Wäldern darf Material in ortsüblichem Umfang, also die Menge eines Handstraußes, selbstverständlich mitgenommen werden, solange es nicht gewerblich genutzt wird.“. Heißt: Eine Handvoll Zweige und ein paar Tannenzapfen sind in Ordnung. Sich einen ganzen Christbaum zu fällen oder die gesammelten Zweige zu verkaufen, ist Tabu.

Auch in anderen Bundesländern ist das so. So steht im Landeswaldgesetz Baden-Württemberg „§ 40 Aneignung von Waldfrüchten und Waldpflanzen: Jeder darf sich Waldfrüchte, Streu und Leseholz in ortsüblichem Umfang aneignen und Waldpflanzen, insbesondere Blumen und Kräuter, die nicht über einen Handstrauß hinausgehen, entnehmen. Die Entnahme hat pfleglich zu erfolgen. Die Entnahme von Zweigen von Waldbäumen und -sträuchern bis zur Menge eines Handstraußes ist nicht strafbar.“ Das Landeswaldgesetz Rheinland-Pfalz formuliert es wie folgt: „§ 23 Aneignung von Walderzeugnissen: (1) Pilze, Beeren sowie Zweige, Blumen und Kräuter bis zur Menge eines Handstraußes dürfen nur für den persönlichen Bedarf entnommen werden. Ihre Entnahme hat pfleglich zu erfolgen.”

Viel Spaß beim Dekorieren!

 Julia Ehmer, Redaktion

 

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Redaktion und Fotos: Julia Ehmer/Waldliebhaber.de