Wald oder kein Waldrand?Drei Bäume, zehn oder gar hundert Bäume? Ab wann spricht man eigentlich von einem Wald? Dass das keine so einfache Frage ist, wird spätestens bei der Suche nach einer Definition deutlich: Über 60 verschiedene Ansätze sollen existieren. Hier finden Sie die wichtigsten im Überblick.

Die Klima-Definition: Ökologen sprechen von einem Wald, wenn so viele Bäume so dicht beieinander stehen, dass ein typisches Waldklima entsteht. Es fällt weniger Licht ein, die Luft ist feuchter und die Temperaturen schwanken nicht so stark. In einem Park beispielsweise unterscheidet sich das Klima kaum von der Umgebung, daher handelt es sich um keinen Wald. Die ökologische Definition setzt zwar eine Mindestgröße voraus, diese hängt aber von vielen weiteren Standortfaktoren ab und wird daher nicht festgelegt.

Die „internationale“ Definition: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) setzt eine Mindestgröße voraus. Mindestens eine Fläche von 0,5 Hektar muss bewaldet sein – also etwa ein halbes Fußballfeld. Weitere Voraussetzung: Die Bäume können mindestens 5 Meter hoch werden. Obstplantagen oder ähnlich genutzte Flächen gelten nach Definition der FAO nicht als Wald.

Das sagt das deutsche Gesetz: Auch im Paragrafen 2 des Bundeswaldgesetzes ist eine Wald-Definition zu finden. Wörtlich heißt es dort: „Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.“ Kein Wald im Sinne des Gesetzes sind „in der Flur oder im bebauten Gebiet gelegene kleinere Flächen, die mit einzelnen Baumgruppen, Baumreihen oder mit Hecken bestockt sind oder als Baumschulen verwendet werden.“

Und das sagt Waldliebhaber: Neben Gesetzestexten, Mindestgrößen und Klimaänderungen gibt es zum Glück auch noch das subjektive Empfinden. Dort, wo für jeden von uns Wald ist – es nach feuchter Erde riecht, das Licht durch Bäume und Blätter bricht und der Alltag eine Pause einlegt – sollte für jeden von uns auch weiterhin Wald sein. Ganz egal, was die über 60 Definitionen sagen.  

Redaktion: Waldliebhaber.de
Foto: berggeist007/Pixelio.de

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